Fcron, eine flexible Cron-Alternative
Zeit für Fcron
27.11.2009Flexible Zeitsteuerung für allerhand Admin-Jobs: Fcron beherrscht alles, was der klassische Cron-Daemon kann, und bietet dazu noch einige nützliche Extras.
Orlando Rosu, 123RF
Flexible Zeitsteuerung für allerhand Admin-Jobs: Fcron beherrscht alles, was der klassische Cron-Daemon kann, und bietet dazu noch einige nützliche Extras.
Für Admins und andere Linux-Anwender ist der Cron-Daemon ein alter Bekannter. Der Scheduler führt regelmäßig in Textdateien konfigurierte Aufgaben aus. Die meisten Cron-Implementierungen wie Vixie Cron, ISC Cron, BCron und DCron gehen allerdings von einem System aus, das ohne Unterbrechungen alle 7 Wochentage 24 Stunden läuft.
Das trifft allerdings nur auf Server zu - Laptops werden sehr oft heruntergefahren oder in den Suspend-Modus versetzt. Desktop-Rechner sind in der Regel nachts oder an Urlaubstagen ausgeschaltet, um Energie zu sparen. Bei solchen Einsatzszenarien bleiben Cronjobs unerledigt, wenn der Computer zur fraglichen Zeit nicht lief.
Abhilfe für dieses Problem schafft die Cron-Alternative Anacron. Anacron verwendet einen Liste von Aufgaben, die innerhalb einer bestimmten Zeit erledigt sein müssen. Wenn das Programm startet, prüft es, welche Jobs noch nicht erledigt sind und führt diese aus.
Anacron hat aber auch Nachteile: Da das Programm nicht als Daemon läuft, muss es bei Bedarf gestartet werden, entweder manuell, durch Boot-Skripte oder durch Cron. Außerdem ist Anacron nicht für Zeiteinheiten gedacht, die kürzer als ein Tag sind. Diese beiden Probleme können in Kombination dazu führen, dass Cron und Anacron gleichzeitig laufen, aber eine Aufgabe zwei Mal oder gar nicht erledigt wird.
Die GPL-Software Fcron dagegen beherrscht alles, was der klassische Vixie-Cron und Anacron bieten, und noch einiges darüber hinaus.
Fcron ist in den Repositories der meisten Linux-Distributionen als Paket enthalten und lässt sich mit dem Paketmanager installieren.
Die Konfigurationsdateien für Fcron ähneln denen für den Vixie-Cron, der bei den meisten Distributionen standardmäßig installiert ist. In der Regel befinden sich die folgenden Dateien in "/etc/fcron":
Die mitgelieferten Standardeinstellungen dürften für die meisten Anwendungsfälle geeignet sein, es sei denn, strengere Beschränkungen sind erwünscht.
Neben den geplanten Aufgaben kann die Fcrontab-Datei noch Umgebungsvariablen wie "HOME" und "SHELL" enthalten. So lässt sich zum Beispiel die Standardshell aus "/etc/passwd" mit der folgenden Angabe überschreiben:
SHELL=/bin/sh
Der folgende Befehl öffnet die Fcrontab-Datei des aktuellen Benutzers im Default-Editor:
fcrontab -e
Um die systemweite Fcrontab zu bearbeiten, führt man als Root folgende Zeile aus:
fcrontab -e systab
Wer Fcrons zusätzliche Features nutzen möchte, muss eine erweiterte Syntax verwenden, die sich von den klassischen Crontab-Dateien unterscheidet.
Alle Rezensionen aus dem Linux-Magazin
Im Insecurity Bulletin widmet sich Mark Vogelsberger aktuellen Sicherheitslücken sowie Hintergründen und Security-Grundlagen. mehr...