Open Source im professionellen Einsatz

Newsletter abonnieren
Seite durchsuchen

HEFTARCHIV | NEWS | E-BIBLIOTHEK | VIDEO | BLOGS | WHITEPAPER | EVENTS | ACADEMY | ABO | SHOP

user friendly

  Home  »  Online Artikel  »  FAI - Fully Automatic Installation  

RSS-Feed der aktuellen News von Linux-Magazin Online Folgen Sie Linux-Magazin Online auf Twitter
Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark

Wie funktioniert FAI?

Die Installation beginnt auf allen Systemen grundsätzlich mit dem Booten über das Netzwerk per PXE-Boot. Dabei lädt sich der zu startende Rechner - der Client - sein System von einem entfernten Server (Abbildung 2) herunter. Dann wird auf dem Rechner ein Diskless-Linux gestartet. Die lokale Festplatte bleibt noch unangetastet. So kann FAI die Platte während des Installationsvorgangs frei partitionieren - sogar RAID und LVM lassen sich einrichten.


Beim Start der automatischen Installationshilfe kann der Administrator bereits eine erste Auswahl für das zu installierende System treffen.

Im Anschluss erfolgt die Installation der Software. FAI versteht sich von Hause aus mit den gebräuchlichsten Paketformaten wie Dpkg und RPM. Die Paketquellen muss der Anwender noch seinen Wünschen anpassen, auch die Wahl der gewünschten Pakete erfordert ein wenig Handarbeit. Es müssen die Paketnamen spezifiziert werden. Als Beispiel nennt Thomas Lange Apache. Der heiße in einigen Distributionen einfach nur "Apache", in anderen jedoch "Apache 2" oder auch "Apache Commune". Zum Ende des Installationsvorgangs gibt es in FAI einen Punkt, an dem das Werkzeug beliebige Skripte aufrufen kann. Diese eignen sich für lokale Anpassungen.

Abwechslung beim Installieren

FAI arbeitet klassenbasiert. Das heißt: Im Tool ist ein einfaches Klassensystem integriert, das anpassbar ist. Damit können Administratoren ein einmal angepasstes FAI auch in heterogenen Umgebungen einsetzen. Das Werkzeug erkennt dann automatisch, welchen Typ Rechner es vor sich hat, ob beispielsweise einen 32-Bit-x86-Rechner oder seinen 64-bittigen Verwandten. Von welchen Faktoren die Auswahl abhängt, entscheidet der Administrator. Dank des Klassensystems lassen sich Templates für verschiedene Festplattenpartitionierungen ablegen. Der entscheidende Faktor ist die Festplattengröße: Platten kleiner 40 GByte werden nach Schema A aufgeteilt, größere Platten nach Schema B. Für die Partionierung sucht sich FAI anschließend das passende Skript aus. Ähnlich funktioniert die Software-Auswahl: Hier ist eine Klassifizierung anhand des Einsatzzwecks denkbar. Dabei arbeitet FAI dann die jeweiligen Klassen ab, in die der zu bearbeitende Rechner fällt (Abbildung 3). Praktisch: Die Unterstützung weiterer Konfigurationswerkzeuge wie Cfengine, dem automatisierten Konfigurations- und Maintenance-Tool.

Thomas Lange beschreibt FAI als Baukastensystem: "Beim Partionieren nehmen wir einfach nur eine Datei. Aber bei den Softwarepaketen haben wir dann eine Klasse "Base" - also Software die überall sein muss. Dann gibt es vielleicht eine Klasse "LAMP"-Server - da ist dann MySQL, PHP, Perl und so weiter drin. Und eventuell sind die Klassen "Desktop Entwicklungsabteilung", "Desktop Sekretariat", "Webserver" und "Fileserver" gewünscht. Man kann natürlich auch sagen, Rechner, du bist Web- und Fileserver. Dann würde FAI Pakete aus beiden Klassen nehmen." Kurz gesagt: FAI wählt seine Klassen anhand der äußeren Bedingungen aus: Wo steht der Rechner, welche Hardware ist in ihm verbaut und was soll mit diesem Rechner gemacht werden?


Die Installation durch FAI startet. Gut zu erkennen sind die ausgewählten Klassen.

Bei der Installation zeigt sich ein weiterer Vorzug: Um den Installationsprozess nicht vor Ort am Rechner verfolgen zu müssen, ermöglicht FAI das SSH-Login. So kann der Admin das Geschehen von zentraler Stelle aus im Auge behalten und überwachen.

Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark
Ähnliche Artikel
Brave GNU World Die monatliche GNU-Kolumne
Brave GNU World Die monatliche GNU-Kolumne
Umzug ins Freie Erfolgreiche Migration auf Linux beim Bund
Praxistest Paketmanager im Admin-Alltag
Glückliche Zwerge Linux-Distributionen für Netbooks
26c3 und Scan-Debian In eigener Sache: DELUG-DVD
Whitepaper
Daten Migration - Eine Publikation von Bloor Research

Datenmigrationsprojekte überschreiten häufig das Budget, neigen zu Verzögerung und werden unter Umständen komplett abgebrochen. Bloor Research ist eines der weltweit führenden IT-Forschungs-, Analyse- und Beratungsunternehmen und wird in dem vorliegenden White Paper die wichtigsten Aspekte dieser Problematik näher beleuchten. Ferner werden praktische Empfehlungen für erfolgreiche Migrationsprojekte gegeben, die Sie auf Ihr nächstes Projekt übertragen können.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele

Über die letzten Jahre hinweg haben sich Open Source Lösungen als fester Bestandteil des gesamten Datenintegrationsmarktes etabliert. Viele Unternehmen haben bereits das Open Source Modell für Ihre Datenintegrationsprojekte aufgegriffen. Das vorliegende White Paper illustriert anhand ausgewählter Fallstudien und Anwendungsbeispiele die Implementierung von Open Source Datenintegration in der Praxis und benennt die daraus resultierenden Vorteile.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Kommentare (5)
von
Thomas Lange,
02.10.2010 23:08
Das FAI Projekt ist umgezogen
Das FAI Projekt ist mit seiner Homepage umgezogen. Sie lautet nun:

http://fai-project.org
von
fastfinger,
18.11.2008 16:35
Sles10
wie sieht es denn mit SLES10 aus tue mich da im Augenblick etwas schwer.

Vielleicht gibt es ja ein howto. Ich habe es bisher leider nicht gefunden und das ws ich über SLES10 gefunden habe klang ja nicht so erflogreich.

Bin aber guter Hoffnung das jemand das Problem gelöst hat.
von
ioe,
30.10.2008 23:37
FTP + RSYNC statt NFS?
Danke! Das ist genau, was ich brauche. Schade nur, dass es NFS braucht. Über FTP bzw. rsync fände ich das viel genialer. Die sind
für diese Datenmengen viel geeigneter. Ich habe z.B. damals dank FTP Faktor 5 aus einem Installer
rausgeholt! Vielleicht liest ja ein Entwickler mit
von
jan,
30.10.2008 09:36
Re: softupdate
Hallo,
beziehen Sie sich auf die Möglichkeit, das System via FAI auf dem
Laufenden zu halten? Wenn ja: Ich habe diesen Aspekt auf Anregung des
FAI-Autors wieder aus dem Artikel genommen. Er sagte, für diese Aufgabe
sei das distributionseigene Werkzeug Apt deutlich besser geeignet und
einfacher zu bedienen."

Dank und Gruß
der Jan
von
FAI Benutzer,
29.10.2008 13:42
softupdate
Warum fehlt der Hinweis auf die softupdates? Damit läßt sich eine FAI Installation auch ohne Hilfe von z.B. cfengine auf den laufenden halten.