Open Source im professionellen Einsatz

Newsletter abonnieren
Seite durchsuchen

HEFTARCHIV | NEWS | E-BIBLIOTHEK | VIDEO | BLOGS | WHITEPAPER | EVENTS | ACADEMY | ABO | SHOP

user friendly

  Home  »  Online Artikel  »  Datenschutz: Zeit, aufzuwachen  

RSS-Feed der aktuellen News von Linux-Magazin Online Folgen Sie Linux-Magazin Online auf Twitter
Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark
Alex, Aboutpixel.de

FSFE-Abend zu Vorratsdatenspeicherung:

Datenschutz: Zeit, aufzuwachen

von Anika Kehrer
 

Die Free Software Foundation Europe (FSFE) lud zum Informationsabend Vorratsdatenspeicherung. Sechs Referate zu Datenschutz, Pressefreiheit, Gesetzen und Gesundheitskarte gab es am 14. Dezember in der Universität Mannheim zu hören.

Ist Datenschutz langweilig?

Den Abend zur Vorratsdatenspeicherung hat Joachim Jakobs von der Free Software Foundation Europe (FSFE) als niedrigschwellige Bildungsveranstaltung geplant. versammelte rund 50 Zuhörer, darunter Ärzte, Mittelständler und Journalisten. An diese Berufsgruppen richteten sich unter anderem auch drei der sechs Vorträge (siehe Ankündigung auf Linux-Magazin Online). Die Mehrheit der Anwesenden kam aus der Ecke der Informatiker.

Datenschutz? Theoretisch ja

Beim Datenschutz diagnostizierte Referent Thomas Lapp, Rechtsanwalt mit Schwerpunkt IT-Recht, eine gewisse Schizophrenie: In der Theorie zeigen sich die Leute besorgt. In der Praxis, etwa beim Surfen, ignorieren sie ihn. Das Internet sei kein anonymes Medium, referiert Lapp und zeigt das anhand von Web-2.0-Plattformen und Google. Und die geplanten Gesetzesänderungen, welche Lapp vorstellte und die demokratische Säulen wie Fernmeldegeheimnis und Pressefreiheit einschränken, gingen mit ihrer Wikrung über den Kreis von Technik-Interessierten hinaus.

"Die Diskussion um Datenschutz und Privatsphäre kreist seit vielen Jahren sehr bequem im Kreise der Informatiker", sagte Referent Arne Wichmann. Lernziel seines Vortrags war, wie die Privatsphäre trotz Abhörmaßnahmen gewahrt werden könne. Misstrauen gegenüber Dienstleistern, abhörsichere Kommunikation und sichere Technik nannte Wichmann. Statt wie geplant dem Publikum Linux, Tor und GnuPG vorzustellen, gab Wichmann der Diskussion Raum.

Denn schon gegen die Anonymisierungssoftware Tor erhob die Informatikerin Constanze Kurz heftig Einspruch, die am gleichen Abend zur Online-Durchsuchung referierte: "Willst Du wirklich noch Tor empfehlen? Das ist doch von gestern", rief sie. "Es ist langsam, nicht skalierbar, meiner Mutter kann ich damit nicht kommen!" Wichmann zeigte sich pragmatisch und fragte nach der Alternative. "I2P", entschied Kurz. "Aber es ist leider noch nicht fertig." In Anspielung auf die vom Bundestag beschlossene Vorratsdatenspeicherung schob sie nach: "Wir brauchen es zum 1.1.2008", und der Saal lachte.


			Die Informatiker Constanze Kurz und Arne Wichmann waren sich uneins: Die Anonymisierungssoftware Tor ist lahm und unhandlich, sagt Kurz. Sie ist derzeit die einzige Alternative, sagt Wichmann.

Die Informatiker Constanze Kurz und Arne Wichmann waren sich uneins: Die Anonymisierungssoftware Tor ist lahm und unhandlich, sagt Kurz. Sie ist derzeit die einzige Alternative, sagt Wichmann.

Constanze Kurz, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humboldt-Universität Berlin und aktives Mitglied des Chaos-Computer-Clubs, kommt viel rum und kann einiges aus dem Nähkästchen plaudern. Über den Bundestrojaner etwa, den Jörg Ziercke, Chef des Bundeskriminalamt als ultimativ bezeichnet habe, ohne Programmierfehler, ohne Spuren zu hinterlassen und nicht kopierbar. Das habe Ziercke bei einer Expertenrunde selbst zu ihr gesagt, erzählte Kurz zum Amüsement des Publikums.

Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark
Ähnliche Artikel
Auf einen Sprung zur Messe Vorschau auf die Cebit 2009
Reden für die Freiheit Einjähriges Jubiläum
Schlangenbeschwörer Paketwarteschlangen im Userspace bearbeiten
Fernsteuerung mit Bild Server vollständig remote steuern mit Raritan Eric Express
Keine Wissenslücke Aus dem Nähkästchen geplaudert: Wichtige Mailinglisten
Bäumchen repliziere dich Workshop: LDAP skalieren
Whitepaper
Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele

Über die letzten Jahre hinweg haben sich Open Source Lösungen als fester Bestandteil des gesamten Datenintegrationsmarktes etabliert. Viele Unternehmen haben bereits das Open Source Modell für Ihre Datenintegrationsprojekte aufgegriffen. Das vorliegende White Paper illustriert anhand ausgewählter Fallstudien und Anwendungsbeispiele die Implementierung von Open Source Datenintegration in der Praxis und benennt die daraus resultierenden Vorteile.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
The Role of Open Source in Data Integration

Obwohl in den letzten Jahren viele technische Fortschritte erzielt werden konnten, verfügen die meisten Datenintegrationsprozesse nach wie vor nur über eine sehr begrenzte Automatisierung. Das vorliegende White Paper von dem Industry Analyst Mark Madson wird zunächst ein grundlegendes Verständnis von Daten Integration vermitteln, die Vorzüge von Open Source Lösungen für Daten Integration erläutern und Ihnen professionelle Empfehlungen geben, damit Sie Ihre Integrationsjobs noch einfacher und produktiver gestalten können.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Kommentare (0)