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Google gibt den Quellcode von Chromium OS frei

Chrome OS: Das Google-OS "Chromium" (Screenshots)

von Oliver Frommel

Seit heute steht der Quellcode des von Google entwickelten Linux-basierten Betriebssystems Chromium zum Download bereit. Bisher kann es seine Versprechungen kaum einlösen.

Mit dem heute freigegeben Quellcode öffnet sich Google vor allem Entwicklern, denn für Endanwender dürfte die Installation etwas zu aufwändig und auch wenig lohnenswert sein. So gibt es zum Beispiel bislang keine fertigen Images, die sich einfach booten oder installieren lassen. Auf der Website http://www.chromium.org/chromium-os können experimentierfreudige User den Quellcode als Tar-File herunterladen oder aus dem Repository auschecken. Letzteres erfordert nicht nur Git, sondern auch spezielle von Google entwickelte Tools. Als Entwicklersystem zum Kompilieren des Chromium OS ist Ubuntu in einer aktuellen Version, vorzugsweise das neue 9.10 "Karmic Koala" vorgesehen.

Danach folgt ein mehrstufiger Prozess, der eine komplette Build-Umgebung installiert, in der man schließlich die Distributionspakete und den Kernel kompiliert. Am Ende lässt sich das Dateisystem zusammen mit dem Boot-Record auf einen USB-Stick oder als Vmware-Image schreiben. Das Login erfordert einen Netzzugang, denn es setzt einen Google-Account voraus. Allerdings können Entwickler nach dem Kompilieren eine Art Master-Passwort setzen, das diese Voraussetzung umgeht.

Wer den langwierigen Prozess hinter sich gebracht hat, bekommt zurzeit nur wenig Spannendes zu sehen: Das Software-Inventar erschöpft sich in Windowmanager, Chromium-Webbrowser und Terminal-Fenster. Auch hinter den Kulissen ist das System kaum revolutionär, auch wenn es mit der grafischen Oberfläche neue Wege beschreiten will, ähnlich wie Intels Moblin. Zum größten Teil ähnelt es einem Debian-Linux, das die Google-Programmierer mit zusätzlichen Security-Restriktionen versehen haben - so wie das ebenfalls auf Linux basierende Android. Auf den Architektur-Diagrammen auf der Website macht die eigentliche Chromium-Schicht nur einen minimalen Teil des Gesamtsystems aus, sogar die GUI basiert auf dem klassischen X-Window-System.

Echte Hardware unterstützt Chromium bislang kaum, abgesehen von den fünf Laptop-Systemen der Entwickler. Hier sind offensichtlich Third-Party-Entwickler gefragt, selbst Hand anzulegen. Es wird sich zeigen, ob Chromium-OS bis Ende 2010 die hochgesteckten Ziele erreichen kann.

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