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© Ioannis Kounadeas, fotolia.com

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Anwendungen für Online und Offline mit Google Gears - Teil 1

Getriebe für Online und Offline

18.02.2009

Mit Google Gears können Webanwendungen Daten lokal zwischenspeichern, damit sie sich auch offline nutzen lassen. Linux-Magazin Online erläutert die Grundlagen dieser Technologie in zwei Artikeln.

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Webanwendungen haben sich in einigen Gebieten als Alternative zu Desktop-Applikationen etabliert. Schließlich sind von jedem Gerät aus benutzbar, das Internetzugriff und einen Browser bietet. Damit stehen dem Anwender auch Dateien, Adressen, To-Do-Listen, Fotos und vieles mehr an jedem Ort zur Verfügung. Man gibt den URL ein, meldet sich an und arbeitet in der vertrauten Umgebung weiter.

Die Achillesferse der Webanwendung

Was geschieht aber, wenn keine Internetverbindung besteht? Solange es keinen Zugang zum Netz der Netze gibt, ist eine Webanwendung außer Betrieb - das ist ist ihre Achillesferse.

Allerdings ist das Internet zumindest in Städten so allgegenwärtig, dass der Offline-Zustand meist nur kurz währt - die nächste Espresso-Bar sorgt binnen kurzem wieder für WLAN-Zugang.

Die eigentliche Schwäche einer Webanwendung besteht im Browser an sich. Das ständige Hin- und Herschicken von Information zwischen Client und Server verdirbt die Performance der Anwendung. Noch schlimmer: In der Regel kann der Webbrowser nicht, was für Desktop-Programme selbstverständlich ist, nämlich auf das lokale Dateisystem zugreifen. Diese Barriere zwischen Web und Festplatte besteht aus Security-Sicht zurecht und scheint für den Anwendungsentwickler unüberwindbar.

Genau diese Barriere soll Google Gears überbrücken, damit in Abwandlung eines älteren Werbe-Slogans gilt: "Der Browser ist der Computer".

Rich Internet Applications (RIA) und der Desktop

Rich Internet Applications (RIA), also Webanwendungen, die das GUI von Desktop-Programmen nachmachen, sind freilich nichts Neues. Flash-Spiele und -Programme kennt das Web schon lange, Adobes Flex erweitert das Instrumentarium. Microsofts Silverlight leistet Ähnliches, ist aber noch nicht so weit verbreitet, und Javascript, lange Zeit von Programmierern nicht für voll genommen, hat sich in letzter Zeit zum Shooting Star entwickelt. Dieses Skriptsprache bildet übrigens auch die Grundlage für Gears-Anwendungen.

Für den Anwendungsentwickler bringen Flex, Silverlight und Gears unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich.

  • Flex profitiert von der großen Verbreitung des Flash-Plugins. Abgesehen vom Flashplayer selbst und der Flex-Builder-IDE steht es unter Open-Source-Lizenz. Adobe AIR, ein verwandtes Produkt, kommt auf den Clients zum Einsatz und macht bestimmte Flex-Anwendungen brauchbar für den Offline-Betrieb.
  • Silverlight stützt sich auf die zahlreichen Installation von Internet Explorer (für Linux gibt es die Moonlight-Engine). Es richtet sich an jene Entwickler, die an Visual Studio und Microsoft-Programmiersprachen gewöhnt sind.
  • Gears ermöglicht den Offline-Betrieb von Webanwendungen, weil sie damit Daten clientseitig speichern können. Außerdem lassen sich Anwendungen erweitern, damit sie das lokale Dateisystem mit einem Server abgleichen können, sobald eine Internet-Anbindung besteht. Gears lässt sich sowohl für statische als auch für dynamischen Web-Inhalte einsetzen.

Alle drei Technologien sind als Browser-Plugin implementiert, das unabhängig von Prozessorarchitektur, Betriebssystem und Browser ist.

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