Mit der Bekanntgabe der Googleschen Pläne um ein eigenes Mobiltelefon gab es sofort den typischen Wirbel um all die angeblich so tollen Erfindungen, die der Suchmaschinengigant aufs Handy bringen will. Entsprechend lange beschäftigen sich Entwickler schon mit der dafür gedachen Android-Plattform, die auf einem Linux-Fundament ruht. Darüber befinden sich verschiedene Bibliotheken wie beispielsweise eine abgespeckte Glibc.
Google wäre nicht Google, würde es nicht auch bei Android das Rad neu erfinden. So bietet die Anwendungsschicht dem Mobilprogrammierer zwar die Java-Sprache, aber nicht die dazu passende Virtual Machine. Nein, hier wollte Google - wie bei der Neuimplementierung eines Javascript-Interpreters für den Google-Browser Chrome - seine Innovationsfreudigkeit demonstrieren und ließ seine Angestellten eine neue Virtual Machine mit dem Namen Dalvik programmieren. Sie spart gegenüber der Java-VM einige Bytes ein und soll damit Mobilgeräten eher entgegenkommen.
Die Schnittstelle, die Android dem Programmierer bietet, hat sich seit dem Erscheinen im November 2007 immer wieder geändert, dürfte sich aber nun stabilisieren, da es ja ein echtes Gerät auf dem Markt gibt. Neben der Software-Plattform bietet Google auch ein Eclipse-Plugin an, das dem Android-Entwickler die Arbeit erleichtern soll.
Eclipse-Plugin
Ist die Eclipse-Umgebung in Version 3.3 oder 3.4 von eclipse.org heruntergeladen, genügt es, sie zu entpacken, ins Verzeichnis »eclipse« zu wechseln und dort »./eclipse« auszuführen. Schließt man den blauen Begrüßungsbildschirm, zeigt Eclipse den normalen Workspace, der in verschiedene Bereiche unterteilt ist.
Das Android-Plugin installieren Sie, indem Sie mit dem Menüpunkt »Help | Software Updates« den Update-Manager starten. Klicken Sie im rechten Bereich des Fensters auf Add Site und geben in dem erscheinenden Dialog die Adresse »https://dl-ssl.google.com/android/eclipse/« ein. Während unserer Tests hat diese Adresse eine Zeit lang nicht funktioniert, ein Workaround besteht darin, stattdessen »http://dl-ssl.google.com/android/eclipse/site.xml« zu verwenden. Taucht die Site ohne Fehlermeldung in der Liste der Sites aus, können Sie darunter die verfügbaren Eclipse-Plugins ausklappen und ankreuzen, in diesem Fall eben die Developer Tools. Ein Klick auf den Install-Button links oben installiert das Plugin - nachdem Sie noch die Lizenz akzeptiert haben. Der empfohlene Restart von Eclipse schließt den Prozess ab.
Android-Umgebung
Das komplette Android-SDK finden Sie unter der URL http://code.google.com/android nach einem weiteren Klick auf »Download the SDK«.
Vor dem eigentlichen Download-Link stehen die Nutzungsbedingungen, deren Lektüre sich auf jeden Fall vor dem Bestätigen empfiehlt. Haben Sie die Zip-Datei heruntergeladen, entpacken Sie sie einfach mit »unzip«. Vor dem Entwickeln der ersten Android-Anwendung müssen Sie noch Eclipse beibringen, wo das SDK liegt. Dazu wählen Sie den Menüpunkt »Window | Preferences«, wo Sie einen Punkt »Android« finden. Über den Browse-Button öffnet sich ein Dateidialog mit dem Sie das Verzeichnis des Android-SDK auswählen.
Klicken Sie nun auf File | New | Project« oder das entsprechende Icon links oben im Eclipse-Fenster, finden Sie in der erscheinenden Liste den Android-Projekttyp. Füllen Sie im folgenden Dialog die Felder für Namen, Klassennamen und die so genannte Activity (das einfach ein anderer Name für eine Android-Standardanwendung) aus, erzeugt Eclipse ein komplettes Gerüst für ein Android-Programm. Ein Klick auf den Button mit grünen Icon oder den entsprechenden Menüpunkt »Run« startet das Programm auf dem Emulator. Haben Sie ein echtes Android-Handy angeschlossen, bietet Eclipse an, das Programm direkt auf der Hardware auszuführen.
Das war's für heute. Nächstes Mal entsteht mit dem frisch installierten SDK dann eine erste primitive Anwendung, die sich bis zum GPS-Tracker steigert.