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Zarafa: WebRTC-Webmeetings, keine Outlook-Weiterentwicklung ab MSO 2015

27.01.2015

Zarafa, Hersteller der gleichnamigen Communication & Sharing Platform Zarafa (ZCP) hat angekündigt, seinen Webclient WebApp um WebRTC-Echtzeit-Kommunikation zu erweitern. Außerdem werde man ab dem Quartal 01/16 keine Updates für Microsofts Mailclient mehr anbieten, erklärt der Zarafa-Gründer und Vice President Helmuth Neuberger im Interview mit dem Linux-Magazin.

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Der Groupware-Anbieter Zarafa, der das einzige Enterprise-taugliche PHP-MySQL-MAPI-Interface entwickelte, hat sich für einen grundlegenden Strategiewandel entschieden: "Outlook und MAPI spielen auf Android einfach keine Rolle, deshalb gibt es ab Outlook 2015 keine Updates mehr von uns für Microsofts Software. Alte Versionen laufen jedoch wie gewohnt weiter", erklärt CEO Neuberger, Das Nachprogrammieren von Microsofts Änderungen und neuen "Features" habe schlicht zu viele (kreative) Ressourcen gebunden. Als letzten Anlass für die Entscheidung, ab Outlook 2015 und 2016 keine Updates mehr zu liefern, nennt Neuberger den Strategieschwenk beim Redmonder Softwarekonzern hin zur Cloud, der "Technologien wie Click & Run Outlook und EWS" in den Fokus stellt.

Zarafa Webmeetings

"Im Sommer wurde uns klar, dass Microsoft das traditionelle MAPI-RPC-System wie auch RPC über HTTP durch MAPI/HTTP ersetzen will." Nachdem Zarafa als einziger Anbieter Click & Run und EWS erfolgreich, aber auch mit viel Aufwand, implementiert hatte, lege man nun den Fokus jedoch auf die Entwicklung für die zukunftsträchtigeren mobilen Geräte sowie Multimedia im Webclient. Die Ressourcen, die bisher ans Reverse-Engineering von Microsoft-APIs gebunden waren, mündeten nun in die Verbesserung von WebApp, Web RTC und HTML5  erklärt Neuberger.

Zarafa plus Spreed - Groupware meets Instant Messaging

Offensichtlich ein erster Erfolg, den der deutsch-niederländische Groupware-Hersteller im Februar präsentieren wird, ist die Integration von Spreed Webmeetings in dem Browserclient. "Ohne zusätzliche Softwarekomponenten installieren zu müssen, können Anwender dann in Ihrem Internetbrowser in Echtzeit kommunizieren und gemeinsam an Inhalten aller Art arbeiten. Die Zarafa Web Meeting Integration ermöglicht es zwei und mehreren Anwendern, per Video, Sprache und Chat zu kommunizieren.", heißt es in der Presseerklärung. HD-Video, HD-Audio, Presence-Erkennung, Chat, Dateiübertragung und Desktop Sharing seien so möglich.

Desktop- oder Screen-Sharing im Webmeeting unter Zarafa.

Zarafa nutzt dazu Web RTC für Echtzeitkommunikation, verschlüsselt und peer-to-peer. Eine Installation von Plugins in modernen Web-Browsern wie Mozilla Firefox, Google Chrome oder Chromium ist nicht notwendig. Teilnehmer eines Zarafa Web Meetings seien so effektiv vor Lauschangriffen geschützt, erklärt Neuberger.

Die Zarafa Web Meeting Integration soll ab Februar im Download-Bereich der Zarafa-Webseite bereit stehen. Bereits 2011 hatte man die (damals noch Flash-basierten) Webkonferenzen von Spreed als separates Plugin im Webclient integriert (Das Linux-Magazin berichtete).

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