Als freie Sync-Server-Alternative für den Datenabgleich mit Microsofts Active-Sync-Protokoll, das in allen neuen Smartphones und Tablets verbaut ist, hat das ursprünglich von Zarafa initiierte Z-Push in den letzten Jahren Einzug in diversen Groupwareservern und verwandten Produkten gehalten. Laut Z-Push-Entwickler Sebastian Kummer will Zarafa mit der neuen Version 2 "Admins auf vielfachen Wunsch noch mehr Kontrolle und detailreichere Protokollierung geben und so erreichen, dass sie noch seltener direkt auf die mobilen Geräte ihrer Kollegen zugreifen müssen".

Die Abtei von Rolduc in Kerkrade.

Die Abtei von Rolduc in Kerkrade.

Helfen sollen dabei (ab der ebenfalls auf dem Entwicklertreffen neu vorgestellten Zarafa-Version 7.06) Werkzeuge wie das in Abbildung 2 zu sehende "Z-Push Top", das analog zum Bash-Prozessmonitor "Top" eine interaktive und detaillierte Liste aktuell auf dem Server laufender Synchronisationsvorgänge anzeigt. Der Admin erfährt dabei Device- und User-IDs sowie die Folder, die das Smartphone gerade synchronisiert. Er kann sich so quasi live ein Bild davon machen, welche Geräte mit welchen Vorgängen wann und wie mit dem Server kommunizieren und direkt Einfluss nehmen.

Z-Push-Entwickler Sebastian Kummer führt den Sync-Monitor

Z-Push-Entwickler Sebastian Kummer führt den Sync-Monitor "Z-Push Top" vor.

Z-Push Top und Z-Push Admin

Auch das Verwaltungswerkzeug Z-Push Admin haben die Entwickler um einige Funktionen erweitert beziehungsweise deren Fähigkeiten ausgebaut. "list", "wipe", "remove data", "trigger sync", "partial sync", die Liste der von Kummer vorgestellten Neuerungen ist lang. "Ping Tracking" soll ihm zufolge offene Verbindungen auf dem Sync-Server reduzieren und dadurch dessen Performance steigern. Nur für I-OS-Geräte gibt es die Möglichkeit, nachträglich geteilte Kalender oder Adressbücher auf Mobiles auszurollen, Android-Smartphones beherrschen diese Funktion bisher nicht.

Zwei-Faktor-Authentifizierung mit Ubikey

Mit einem Browserplugin können sich jetzt Anwender auch an der Zarafa-Webapp über Zwei-Faktor-Authentifizierung mit einem Token anmelden. Der Yubikey von Hersteller Yubico verschlüsselt dabei ein One-Time-Password mit 128 Bit AES und gibt den String als USB-Keyboard aus. Weil der Benutzer noch sein eigenes Passwort braucht, ist sowohl Besitz (Stick, OTP) als auch Wissen (Userpasswort zum erfolgreichen Einloggen nötig. Der Yubikey kostet 25 Dollar, ab 50 Stück gibt's den kleinen USB-Anhänger für den Schlüsselbund bereits um 15 Dollar.

Exchange Web Services

Als "in Entwicklung" bezeichnete Zarafa-CTO Steve Hardy in seiner Keynote und den späteren technischen Vorträgen die Implementierung der Exchange Web Services in Zarafa: "Eine Beta kommt frühestens im November 2012. Aber einige Funktionen nutzen wir bereits jetzt, weil sie schon in Outlook 2010 essenziel sind." Das XML-basierte SOAP-Protokoll EWS hat Microsoft mit Exchange 2007 eingeführt, es gilt als Nachfolger mehrerer Standards, darunter OWA (Outlook Web Access), WebDAV, hat aber Entwicklern zufolge auch das Potenzial, MAPI oder sogar IMAP irgendwann komplett abzulösen. Outlook 2010 nutzt EWS unter Windows für Free/Busy-Abfragen, auf dem Mac bereits für Mail, Kalender und Adressbuch. Darüber hinaus kommt das Protokoll Hardy zufolge auch in diversen Open-Source-Projekten und proprietären Anwendungen zum Einsatz.

EWS: XML mit SOAP

"EWS bietet viele High-Level-Funktionen, die es Entwicklern leichter machen, weil sie weniger Code auf der Clientseite programmieren brauchen.", erklärt Hardy im Workshop. "Außerdem steht jeder beliebigen Plattform der Zugriff auf das XML/SOAP-Frontend zur Verfügung. MAPI bietet wiederum bereits viele Funktionen, die EWS braucht, deshalb lässt sich das leicht miteinander kombinieren." Zarafa will sein "EWS-Gateway als Stand-alone Server umsetzen, der überwiegend in Python geschrieben ist. "Die EWS-Beta von Zarafa wird E-Mails und Adressbücher in Mac Mail und Outlook 2011 unterstützen", kündigt Hardy an.