Open Source im professionellen Einsatz

ZFS on Linux 0.7.0 arbeitet performanter und informiert besser

27.07.2017

Das neue ZFS on Linux (ZFSOL) bietet nicht nur mehr Performance durch intelligentes Caching und Hardware-Optimierungen, sondern gibt sich auch transparenter und verhindert unerwünschte Abbrüche beim Empfangen und Senden von Daten.

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Zu den Funktionen der Version 0.7.0 gehört unter anderem, dass ZFSOL das Senden und Empfangen von Dateien nun nach einem unerwünschten Abbruch fortsetzen kann (Resume). Verschickt das Dateisystem komprimierte Daten vom Adaptive Replacement Cache (ARC) oder von der Festplatte an einen anderen Pool, muss es sie vor dem Versand nicht mehr entpacken, dafür sorgt die Option "-c".

Betreibt der Admin einen Shared Pool in einer Fail-Over-Konstellation, versucht ZFS nun keine synchronen Importe auf verschiedenen Hosts mehr. Ist der Multihost-Pool-Schalter aktiviert, findet vielmehr vor einem Import ein Aktivitätscheck statt, um sicherzugehen, dass der Pool gerade nicht im Einsatz ist.

Die Befehle "zpool iostat" und "zpoll status" ergänzt der Admin neuerdings um weitere Spalten, die etwa über die Laufwerkstemperatur, SMART-Werte und LED-Indikatoren verrät. Über Skripte ergänzt der Admin diese Informationen weiter. Über "zpool iostat -l" zeigt ZFSOL Latenzwerte an, über "zpool iostat -w" ein Histogramm, dass die Gesamtlatenzen sämtlicher Ein- und Ausgabeprozesse visualisiert. Den Umfang der Prozesse zeigt "-r". Mit Hilfe dieser Statistiken, die pro Festplatte arbeiten, identifiziert der Admin fehlerhafte Geräte.

Scrubs lassen sich über "-p" neuerdings pausieren, die Kommandos "zfs allow" und "zfs unallow" delegieren administrative Rechte an nicht-privilegierte Nutzer. SE-Linux, Lustre oder Ceph profitieren von großen Dnodes, welche erweiterte Attribute, ACLs und Symlinks mit langen Namen speichern. Die existierende Speicherplatzverwaltung und Quota-Funktionalität funktioniert jetzt auch für Nutzer- und Gruppenobjekte. Dafür haben die Entwickler die User- und Groupspace-Befehle erweitert.

Daneben kennt ZFSOL mit SHA-512, Skein und Edon-R neue Checksummen und klappt das automatische Verwalten von (fehlerhaften) Geräten in Pools besser. ZFSOL bringt Geräte in importierten Pools automatisch online. Es formatiert und erneuert Geräte, wenn es erkennt, dass diese andere im Pool ersetzen.  

Nicht zuletzt haben die ZFSOL-Entwickler an der Performance geschraubt. Daten im ARC alloziert ZFSOL nun nicht mehr über den virtuellen Speicher, was die Fragmentierung auf Systemen minimiert und eine effizientere Speicherverwaltung erlaubt. Zudem komprimiert es die gecachten Daten automatisch und reduziert den CPU-Einsatz mit Hilfe von hardware-optimierten RAID-Z, Fletcher-4-Checksummen und Gzip-Kompressionen.

Weitere Infos zu den Neuerungen von ZFS on Linux liefert die Ankündigung auf der Mailingliste, sie verlinkt auch den Quellcode auf Github.

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