Open Source im professionellen Einsatz

Wireshark gibt GTK+ den Laufpass

18.10.2013

Mit dem Wechsel von GTK+ zu Qt in der aktuellen Version 1.11.0 läutet das Wireshark-Projekt nach eigenen Angaben einen größeren Richtungswechsel ein.

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Sowohl GTK+ als auch Qt seien gute Bibliotheken, um plattformübergreifende Anwendungen zu schreiben, aber GTK+ unterstütze nicht alle Plattformen, auf denen Wireshark laufen soll und die Situation scheine nicht besser zu werden, schreibt Gerald Combs im Projektblog.

Mit tausenden Zeilen von Code, die nun geändert wurden, sei Wireshark vermutlich die größte Standalone-Anwendung, die so einen Wechsel vollzogen hat. Für die Langzeitausrichtung sei der Schritt aber wichtig. Letztlich könne Wireshark den Traffic auf einem System nur anzeigen, wenn es auch auf diesem System lauffähig sei. Dann folgt ein Blick zurück: Als Wireshark noch Ethereal hieß, habe es nur zwei Plattformen unterstützt: Linux und Solaris. GTK+ war damals die perfekte Wahl.

Die gute alte Zeit: Wireshark hieß Ethereal und lief unter Solaris und Linux. (Quelle: https://www.wireshark.org)

Die Plattform-Landschaft habe sich seitdem geändert, GTK+ allerdings eher nicht. Unter OS X sei es zum Beispiel schwierig zu installieren, es erfordere einigen Aufwand, um eine Sub-Standard-Anwendung für diese Plattform zu entwickeln. Qt hingegen laufe auf den unterstützten Plattformen, und biete auf allen ein nettes und sauberes Benutzererlebnis. OS-X-Nutzern rät Combs daher zum Qt-Port, der noch recht rudimentär funktioniert. Power User, die Windows oder Linux verwenden, sollten vorerst weiter GTK+ einsetzen. So fehlen in der Qt-Variante aktuell noch Capture-Optionen, I/O- und Flow-Graphen, VoIP-Analyse und einiges mehr, der Code soll auf der Downloadseite zur Verfügung stehen.

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