Open Source im professionellen Einsatz

Windows 7: Microsoft nimmt Netbook-OEMs an die kurze Leine

11.08.2009

Wenn Windows 7 auf den Markt kommt, wird die Starter Edition speziell für Notebooks konzipiert. Hierfür ebenso wie für Windows XP hat Microsoft Listen mit technischen Obergrenzen erstellt.

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Die abgespeckte Windows 7 Starter Edition ist nicht zum Verkauf an Endanwender bestimmt, sondern wird direkt an Hardware-Hersteller geliefert. Diese dürfen das Betriebssystem vor dem Verkauf auf den Rechnern installieren – allerdings will Microsoft bei der Ausstattung ein Wörtchen mitreden. Bereits seit längerem gibt es das so genannte Microsoft Windows XP Home Ultra Low Cost PC -Programm (ULPC) , mit dem der Konzern den Händlern genaue Vorschriften machte, was Rechner mit dem Fenster-Logo können dürfen. Mit ULPC werden die kleinen, preiswerten Notebooks bezeichnet, die bei der Markteinführung zunächst vor allem mit Linux als Betriebssystem ausgeliefert wurden, auch Netbooks genannt. Auch für das kommende Windows 7 gibt es eine vergleichbare Liste, wie das malaysische Newsportal Techarp berichtet .

Hiernach hat sich das Microsoft-Begrenzungssystem mittlerweile deutlich vereinfacht: Gab es für Windows XP/Vista neben der Begrenzung auf 1 GHz eine Liste mit Prozessoren, die „genehmigt“ waren, wird es für Windows 7 nur die Einschränkung auf maximal 2 GHz geben. Der Arbeitsspeicher soll unverändert maximal 1 GByte bieten, der zugestandene Speicherplatz wird für Windows 7 von 32 Gigabyte SSD auf 64 Gigabyte SSD verdoppelt, herkömmlichen Festplatten dürfen 250 GByte fassen. Nicht mehr nötig nach Wünschen des Softwarekonzerns sind die Begrenzung der Grafik- und Touch-Funktionen, dafür wird der Genuss selbiger durch einen noch kleineren Bildschirm geschmälert: Statt wie bisher 12,1 Zoll Bildschirmdiagonale gestattet Microsoft für die Neuauflage seines Betriebssystems nur noch 10,2 Zoll.

Microsoft-Chef Steve Ballmer hat die Strategie seines Unternehmens in einer Sitzung mit Analysten am 30. Juli offiziell bestätigt. In dem turnusmäßigen Treffen zum Quartalsbericht sagt er: „Unsere Lizenz sagt, was ein Netbook ist. Unsere Lizenz sagt, es muss einen super-kleinen Bildschirm haben, was heißt, dass es wahrscheinlich eine super-kleine Tastatur hat, und es muss einen bestimmten Prozessor haben und blablabla.“ In dem Bericht an die Finanzbehörde über die Quartalsergebnisse nannte der Konzern auch erstmals Linux-Unternehmen wie Red Hat und Canonical als Wettbewerber (Linux-Magazin Online berichtete ).

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