Das vor einem Jahr unter den Wikimedia-Schirm aufgenommene Projekt erleichtert die Aufgabe, Informationen in allen Sprachversionen auf dem neuesten Stand zu halten. Sue Gardner, die Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation erklärt: "Vor Wikidata mussten Wikipedianer jedes Mal per Hand hunderte von Sprachversionen aktualisieren, wenn eine berühmte Persönlichkeit starb oder die politische Führung eines Landes wechselte. Mit Wikidata erscheinen solche neuen Informationen automatisch in allen Wikipedia-Sprachversionen, sobald sie einmal eingegeben sind. Das macht den Bearbeitern das Leben leichter und hält Wikipedia einfacher aktuell." Ein anschauliches Beispiel für solche strukturierten Daten ist das Objekt mit den Länderinformationen zu Russland.

Seit März 2012 hatte Wikimedia Deutschland die Entwicklung von Wikidata vorangetrieben. Im Live-Betrieb seit dem 30. Oktober hat eine Community von mehr als 3000 Aktiven die Datensammlung befüllt. Vor rund einem Monat griffen die ersten Wikipedia-Sprachversionen auf die Daten zu, nun sind es alle.

Die Anwendung GeneaWiki nutzt die Daten aus der Wikidata-Sammlung, um Verwandtschaftsbeziehungen zu visualisieren, hier die der Familie von Johann Sebastian Bach.

Die Anwendung GeneaWiki nutzt die Daten aus der Wikidata-Sammlung, um Verwandtschaftsbeziehungen zu visualisieren, hier die der Familie von Johann Sebastian Bach.

Der Datenbestand steht unter einer Public-Domain-Lizenz von Creative Commons (CC0 1.0). "Es ist das Ziel von Wikidata, das komplexe Wissen der Welt auf strukturierte Art und Weise zu sammeln, damit Jeder davon profitieren kann," zitiert die Pressemitteilung denn Projektleiter Denny Vrandečić, "egal, ob das Wikipedia-Leser sind, die dadurch auf aktuelle Fakten zugreifen können, oder Programmierer, die mit den Daten neue Produkte für besseren Zugang zu Wissen schaffen." Ein Anwendungsbeispiel ist GeneaWiki, das aus Wikidatas Informationen ein Schaubild der Familienbeziehungen einer Person generiert, beispielsweise der Familie Bach.

Die grundlegende Entwicklung des ersten Projektjahres wurde durch das Allen Institute for Artificial Intelligence [AI]², die Gordon and Betty Moore Foundation sowie Google finanziell gesichert. Die nächste Projektphase soll das automatische Erzeugen von Listen und Diagrammen aus den gesammelten Daten ermöglichen.