Open Source im professionellen Einsatz

Wayland und Weston erreichen Version 1.10.0

17.02.2016

Im Weston was Neues und in Wayland auch: Über die Neuerungen der Version 1.10.0 schreibt Bryce Harrington in einem Blogeintrag. Dazu gehören API-Updates, Drag-und-Drop-Verbesserungen und die Möglichkeit, diagonal zu scrollen.

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Es sei ein umfangreiches Release, schreibt Harrington, und stellt dann die neuen Features und Veränderungen vor. Im letzten Entwicklungszyklus habe es vor allem Anpassungen an die unterschiedlichen Desktopumgebungen gegeben, die weitere Community habe sich mehr in die Entwicklung eingebracht. Die Neuerungen reflektieren auch dieses Engagement.

Beendet der User Drag-und-Drop-Aktionen oder bricht diese ab, kommuniziert Wayland 1.10.0 das an die Quelle der Aktion. Anders als in X11 erhält das Ziel der Aktion dabei mehr Mitspracherecht. Pointer Events lassen sich in Form von Frame Events gruppieren, was zum Beispiel diagonales Scrollen ermöglicht. Das sei eine Kombination aus vertikalem und horizontalem Scrollen, so Harrington. Um Mausrad-Klicks exakter zu tracken oder Scroll-Sequenzen zu beenden, lassen sich zum Beispiel auch neue Events ergänzen.

Über eine Buffer-Damage-Anfrage kommunizieren Anwendungen einfacher, dass Wayland nur einen Teil ihrer Oberfläche neu rendern soll. Shared-Memory-Puffer ermöglichen jetzt Referenzzählungen, was es den Compositors erlaubt, Memory-Pools so lange in ihrer Kontrolle zu halten, bis sie nicht mehr nötig sind. Der Enlightenment-Desktop nutze das Feature bereits, um asynchrones Rendern umzusetzen.

Neue APIs kümmern sich um die Socket-File-Deskriptoren, die Wayland-Server verwenden, um mit den Clients zu kommunizieren. Diese Funktion dient vor allem der Sicherheit und lässt sich in SE-Linux und Smack-Umgebungen einsetzen. Neu sind auch die Attribute Enum und Bitfield für Programmierer, ansonsten gibt es zahlreiche Schönheitskorrekturen und Reparaturen.

Auch Weston bringt neues mit. Die Referenzimplementierung des Wayland-Protokolls setzt sich insbesondere mit den neuen Drag-und-Drop-APIs sowie den Frame- und Achsen-Events auseinander. Neu an Bord ist aber auch ein V4L2-Client (Video for Linux 2), um Videoframes von V4L2-Quellen zu empfangen. Die IVI-Shell bringt eine verbesserte Multiscreen-Unterstützung mit. Auch Systemd-Benachrichtungen ermöglicht Weston, wozu Entwickler den Schalter "-enable-systemd-notify" aktivieren müssen.

Um Weston zu installieren, benötigt der User neuerdings das Paket "wayland-protocols". Das war zuvor Teil von Weston, wurde von den Entwicklern aber ausgelagert, um den Entwicklern anderer Compositors die Arbeit zu erleichtern. Den Quellcode verlinken die jeweiligen Ankündigungen zu Wayland und Weston auf der Mailingliste.

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