Was passiert mit Reiser4?
Auf die Frage, wann Reiser4 in den Kernel komme, schlug Ted Ts'o den Reiser4-Fans auf der Kernel-Mailingliste vor, lieber mal einen Blick auf das Dateisystem Btrfs zu werfen.
Btrfs bringe eine große Zahl an Design-Ideen mit, die auch in Reiser 3/4 steckten, schreibt Ted T'so auf der Linux-Kernel-Mailingliste (LKML). Zudem bringe es aber auch noch einige fortgeschrittene Features mit, die es mit Suns ZFS aufnehmen und der Entwickler sei kein Verrückter und arbeite gut mit den anderen Kernelentwicklern zusammen.
Ts'o gibt auch einen Hinweis, warum Reiser4 seinen Weg in den Kernel bisher unter anderem nicht gefunden hat: "Wenn Dein Code vor der Aufnahme in den Kernel begutachtet wird und die freiwilligen Gutachter Mangelware sind, beleidige und ärgere sie nicht, wie es Hans tat - kein guter Plan!".
Hans Reiser wurde wegen Mordes an seiner Frau zu einer 25-jährigen Haftstrafe verurteilt. Seitdem befindet sich die Zukunft des von ihm entwickelten Dateisystems Reiser4 in der Schwebe.
Ganz vom Tisch scheint das Thema aber noch nicht zu sein: Edward Shishkin, ein ehemaliger Namesys-Angestellter, will Reiser4 weiterentwickeln. Zur Zeit arbeite er an einem Plugin-Design-Dokument, das voraussichtlich im September fertig werde und auf die angesprochenen Beschwerden über Reiser4 reagiere, schrieb er auf der LKML. Linus Torvalds hatte den Reiser4-Entwicklern vorgeworfen, nicht mit den VFS-Entwicklern zu kooperieren. Das Dokument von Shishkin werde zeigen, dass Reiser4 keine VFS-Funktionalitäten dupliziere und es in dem Dateisystem keine VFS-Schicht gibt.





