Video: Red-Hat-CEO sieht in der Finanzkrise Chancen für Open Source
05.12.2008
Red Hats President und CEO Jim Whitehurst sieht in der derzeitigen Finanzkrise eine Chance für Open-Source-Firmen, die den sparenden IT-Abteilungen Angebote machen. Das erläuterte der US-amerikanische Manager bei einem Pressegespräch in München.
Whitehurst, seit Januar 2008 an der Red-Hat-Spitze, verglich die aktuelle Situation mit der Dot-Com-Krise anno 2000: Auch damals habe der Zwang zur Sparsamkeit Unternehmen empfänglich für Linux und Open Source gemacht. Derzeit verspürten erstmals auch die IT-Chefs in Branchen wie Banken und Versicherungen die Notwendigkeit, Kosten zu senken.
Während es in der Ära des Dot-Com-Tods hauptsächlich um die Migration von Windows zu Linux ging, sind heute nach Ansicht des Red-Hat-Chefs andere Schichten des Software-Stacks betroffen: Kunden ersetzen nun beispielsweise proprietäre Applikationsserver durch Red Hats Open-Source-Produkt JBoss. Die Einsparungspotential auf Hardware-Seite, etwa durch Migration von teuren Unix-Maschinen auf x86-Hardware, sei dagegen bereits ausgeschöpft.
Am Rande seiner Überlegungen sparte Jim Whitehurst nicht mit Lob für das eigene Haus: Red Hat sei zurzeit das einzig profitable Open-Source-Unternehmen. Das liege weniger an den neuesten technischen Features der Software-Produkte als vielmehr an Red Hats Business-Modell: "Wir verkaufen nicht die neueste Funktionalität von Open-Source-Software, sondern deren Enterprise-Eignung". Der Mehrwert für den Kunden liege in den stabilen Releases von Red Hat Enterprise Linux (RHEL), die dank stabiler Schnittstellen und offener Standards geeignete Komponenten für den langfristigen Rechenzentrumsbetrieb seien.
Für das Jahr 2009 kündigte der CEO des US-amerikanischen Linux-Distributors weitere Management- und Migrationsfunktionen für die KVM-basierte Virtualisierung an sowie eine neue Version der Identity-Lösung Enterprise IPA. RHEL 6 ist Ende 2009 zu erwarten.
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