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Veteran im Trend: Linux-Netbook von Commodore

Der Computer-Veteran Commodore will vom aktuellen Netbook-Boom profitieren und stellt auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin ein eigenes Modell UMMD 8010 F vor.

Die Abkürzung steht für Ultra Mobile Media Device, eine weitere Bezeichnung für die kleinen, ultraleichten Notebooks. Auf den ersten Blick unterscheidet sich das Gerät hauptsächlich durch den Via-C7-M-Prozessor von seinen Wettbewerbern. Ansonsten ist die Ausstattung (PDF) vergleichbar mit den Geräten aus dem Hause Asus, One oder MSI: Der UMMD 8110 kommt mit einem 10-Zoll-Monitor, 80 Gigabyte Festplattenspeicher, 1 Gigabyte RAM, 1,3 Megapixel-Kamera, Lautsprechern und Mikrofon, WLAN-Ausstattung und bietet optional Bluetooth. Beim Betriebssystem kann der Anwender zwischen Microsoft Windows XP und einem nicht genauer bezeichneten Linux wählen, das Gehäuse gibt es in weiß, schwarz, anthrazit oder pink. Die Akkulaufzeit soll zwischen zweieinhalb und sechs Stunden liegen - je nachdem, ob der Standard-Akku oder die etwas größere 6-Zellen-Batterie zum Einsatz kommt. Neben dem Laptop selbst will Commodore Zubehör wie externe Laufwerken und Festplatte mit Backup verkaufen. Der Rechner soll im Oktober für 399 Euro in die Geschäfte kommen.

Dank seiner Geschichte kann der Rechner dennoch auf Stammkundschaft hoffen: Die Marke hat Kultstatus erlangt, wie ein bekennender Fan im Hardware-Portal Engadget schreibt: "Natürlich ist die Marke nicht tot zu kriegen, jedenfalls nicht bei alten Säcken wie uns, die beim Gedanken an die Datassette feuchte Augen kriegen." Trotz der nüchternen Eckdaten zieht er das Fazit: "Wir sind schon ein bißchen hibbelig."

Die Begeisterung für den Markennamen Commodore hat Tradition: In den fünfziger Jahren als Schreibmaschinenhersteller im kanadischen Toronto gegründet, entwickelte sich das Unternehmen zum Hersteller eines der ersten Personal Computer überhaupt: Das Modell PET (Personal Electronic Transactor) machte 1977 den Anfang, und mit dem enormen Erfolg des C64 und Amiga sicherte sich Commodore einen Platz in der Computergeschichte. Obwohl das Unternehmen 17 Millionen Stück davon verkaufte, mußte die Muttergesellschaft 1994 Insolvenz anmelden. Seitdem wurde die traditionsreiche Marke immer wieder verkauft und wird nun unter dem Namen Commodore International Corporation in Kalifornien fortgeführt, Ende April 2008 konnte der drohende Konkurs der Tochter in den Niederlanden abgewendet werden.

(Britta Wülfing)
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