Version 1.3 der GNU FDL verbessert Kompatibilität
Die Free Software Foundation (FSF) hat ihre GNU Free Documentation License in Version 1.3 veröffentlicht. Die überarbeitete Lizenz für freie Dokumentation wird damit kompatibel zu bestimmten Creative-Commons-Lizenzen.
Material unter der GNU FDL 1.3 lässt sich unter einer Attribution-ShareAlike-Lizenz (CC-BY-SA) 3.0 des Creative-Commons-Projekts re-lizenzieren. Diese Lizenz verlangt vom Lizenznehmer, dass er den Autor oder Rechte-Inhaber eines Werks nennt und eigene Bearbeitungen unter der gleichen oder einer kompatiblen Lizenz zur Verfügung stellt.
Die Neuerung geht auf eine Anfrage der Wikimedia Foundation zurück. Sie ist mit Ihren Wikipedia-Ausgaben in zahlreichen Sprachen vermutlich der größte Anwender der FDL. Brett Smith, bei Wikimedia für die Einhaltung von Lizenzen zuständig, erläutert das Problem: "Wikis importieren Material aus vielen verschiedenen Quellen, von denen viele eine CC-BY-SA-Lizenz einsetzen. Die Wikipedia verwendet jedoch die GNU FDL. Bisher war die Inkompatibilität dieser zwei Lizenzen ein großes Hindernis für den Austausch in beiden Richtungen. Die neue Regelung in der FDL 1.3 lässt Wikipedia und anderen Wikis die Wahl zwischen den beiden Lizenzen." Die Wikimedia-Stiftung wird in nächster Zeit eine Re-Lizenzierung von Inhalten unter der Creative-Commons-Lizenz diskutieren.
Ach der Creative-Commons-Gründer Larry Lessig begrüßt in seinem Blog die Neuerung: Die Free-Culture-Community sei bisher durch die Kluft zwischen den beiden Lizenzen behindert worden. Zudem sei die GNU FDL, obwohl Lizenz der so wichtigen Wikipedia, bisher im Grunde eine Lizenz für Software-Handbücher geblieben.
Der Volltext der Lizenz und eine FAQ-Liste zur GNU FDL 1.3 steht auf der Website des GNU-Projekts zur Verfügung.
Daneben arbeitet die FSF an Version 2.0 der FDL, die größere Änderungen enthalten soll. Die Organisation bittet um Diskussion und Kommentare auf der GPLv3-Website, was sich bei Version 3 der Software-Lizenz GPL bewährt habe.





