Open Source im professionellen Einsatz

Universe: Künstliche Intelligenz soll spielend lernen

05.12.2016

Mehrere Spielefirmen und AI-Entwickler wollen künstliche Intelligenz im Universe-Projekt voranbringen. Sie möchten mit verteilten Agents, die viele verschiedene Spiele und Aufgaben bewältigen, eine universeller einsatzbare KI entwickeln. Die Community kann helfen.

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Mit Universe veröffentlicht das Open-AI-Projekt eine Software-Plattform, die einen AI-Agenten einen Computer nutzen lässt, wie es auch Menschen tun: Per Tastatur, Maus und mit Blick auf Screen Pixel. Universe bringt dazu tausende von Umgebungen in Docker-Containern mit, die jeweils zwei Komponenten anbieten. Partiell teilen sich mehrere Spiele, etwa die Flashgames, dieselbe Runtime und ein Docker-Image.

Die Maschine des Agent führt den Clientcode aus, der sich mit dem entfernten Environment-Server verbindet. Die Agents verbinden sich über VNC mit einem VNC-Server, auf dem das Spiel läuft. Die Pixel schickt VNC an den Client, der wiederum Keyboard- und Mouseeingaben an den Server schickt, um so das jeweilige Spiel zu steuern. Ein zweiter Websocket-Server sendet Belohnungssignale, um die Lerneffekte zu beeinflussen.

Ziel der Übung ist nicht unbedingt, adäquate Gegner für die menschlichen Spieler auszubilden. Vielmehr will das Projekt eine generalisierende KI entwickeln, die mit dem Computer alles erledigen kann, was auch Menschen tun. Die so entwickelte AI soll in der Lage sein, auch unbekannte und schwierige Einsatzumgebungen schnell zu erfassen und zu meistern. Dazu sollen die Agents zunächst hauptsächlich lernen, Computerspiele zu bewältigen.

Mit an Bord des Projekts sind Microsoft, EA, Valve, Wolfram und viele andere, zu den getesteten Spielen und Programmen gehören Portal, World of Goo, Mirrors Edge und Sid Meiers Alpha Centauri. Die Community könne dabei helfen, die AI zu entwickeln, heißt es in der offiziellen Ankündigung des Projekts. Sie könne dem Projekt die Erlaubnis geben, ihre Spiele zu spielen, Agents über mehrere Aufgaben hinweg trainieren, neue Games integrieren aber auch die Spiele selbst spielen.

Wer sich für die weiteren Hintergründe des Projekts interessiert, findet auf der Webseite mit der Ankündigung noch einen ausführlichen Überblick.

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