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Ungültige Bitcoin-Blöcke machen Ärger

07.07.2015

Die Macher der Bitcoin-Software warnen ihre User davor, dass seit dem 4. Juli einige Miner ungültige Blöcke schürfen. Dank veralteter Wallets entstehe die Gefahr ungültiger Bestätigungen für die Nutzer der Kryptowährung. Doch es gibt Abhilfen.

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Das Problem betreffe vor allem Nutzer von Clients (Wallets), die auf eine vereinfachte Zahlungsmethode setzen (SVP, Simplified Payment Verification), heißt es in einer Warnung. Dazu gehören etwa Multibit, Electrum und die Bitcoin Wallet for Android. Nutzern solcher Wallets empfehlen die Entwickler, zusätzliche 30 Bestätigungen einer Zahlung abzuwarten, um sicher zu gehen, dass es sich nicht um ungültige Blöcke handelt. Die Empfehlung richtet sich auch an Nutzer von Web Wallets und solche, die "bitcoin-core 0.9.4" oder frühere Versionen einsetzen. Ab "bitcoin-core 0.9.5" bestehe das Problem hingegen nicht mehr.

Dieses hat seinen Ursprung darin, dass das Bitcoin Improvement Proposal 66 vorschlägt, die Signaturen der Blöcke auf strikte Distinguished Encoding Rules (DER) umzustellen. Anhand der Signaturen prüft Bitcoin die Gültigkeit von Transaktionen, bislang vertraute die Software auf Open SSL. Das brachte aber Probleme mit sich: Als Open SSL sein Verhalten beim Validieren der Signaturen änderte, lehnten einige Nodes plötzlich die Blockchain ab.

Deshalb und weil das Projekt nicht von den Open-SSL-Änderungen abhängen will, wechselte es zu den strikten DER, die für alle Blöcke ab Version 3 gelten. Der Plan sah vor, Blöcke der Version 2 links liegen zu lassen, sobald 950 von 1000 Blöcken die Versionsnummer 3 verwenden. Die aktualisierten Miner würden ab diesem Zeitpunkt Blöcke der Version 2 ablehnen.

Am 4. Juli war das Limit von 95 % erreicht, als einer der noch nicht umgestellten Miner, wie erwartet, einen ungültigen Block schürfte. Hier zeigte sich nun ein Problem, denn die Hälfte der aktiven Miner nutzte zu diesem Zeitpunkt die Simplified Payment Verification (SVP) und validierte die Blöcke nicht vollständig. Diese Miner bauten neue auf der Basis der ungültigen Blöcke.

Im Vorfeld hatten diese Miner angegeben, das BIP 66 umsetzen zu wollen. Sie verloren in der Folge Bitcoin im Wert von etwa 50 000 US-Dollar, denn das Risiko liegt in diesem Fall bei den Minern. Allerdings auch bei den Nutzern, wenn diese die oben genannten SVP-Clients beziehungsweise älteren Bitcoin-Core-Versionen ohne ausreichend viele Bestätigungen verwenden.

Als Reaktion auf die ungültigen Blöcke bildete sich laut Ankündigung der Bitcoin-Entwickler ab dem 5. Juli 21.30 Uhr ein neuer Fork, der nun die stärkste Kette sei. Allerdings geben die Entwickler vorerst noch keine Entwarnung, was die Anzahl der Bestätigungen angeht. Eine Liste der Hashes der ungültigen Blöcke liefert das Bitcoin Wiki.

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