Open Source im professionellen Einsatz

Top500 inside

24.06.2009

Wie in jedem Jahr gab die International Supercomputing Conference, die zurzeit erstmals in Hamburg veranstaltet wird, wieder Anlass zur Vorstellung der 500 schnellsten Rechner der Welt. Die Liste ist auch ein Wettlauf der Länder und Technologielieferanten.

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Das Siegertreppchen der aktuellen 33. Bestenliste besetzt immer noch der Supercomputer Roadrunner des vom Department of Energy (DOE) getragenen National Laboratory in Los Alamos, USA, der vor genau einem Jahr die Petaflop-Schallmauer durchbrach. Roadrunners 1105 Teraflop/s ist ein zweiter Rechner des DOE dicht auf den Fersen: Mit 1059 Teraflop/s erkämpft sich eine Cray XT4 Jaguar aus dem Oak Ridge National Laboratory die Silbermedaille. Bronze geht nach Deutschland: das JUGENE getaufte IBM BlueGene/P-System im Forschungszentrum Jülich gelangte mit 825,5 Teraflop/s erstmals in die Medaillenränge.

Überhaupt ist Deutschland überdurchschnittlich gut vertreten, schaffte es doch gleich noch ein zweiter Superrechner aus Jülich unter die ersten zehn (JUROPA, ein Rechner aus Bull Novascale und Sun Blades mit 274,8 Teraflop/s). Die beiden deutschen Rechner sind zudem die einzigen unter den Top-10, die nicht in Amerika beheimatet sind. Denn die USA dominieren nach wie vor das Hochleistungsrechnen: 291 der schnellsten 500 Rechner stammen dorther, aber nur 145 aus Europa, aus Asien gar nur 49.

Bei den Rechner-Herstellern hält HP einen knappen Vorsprung vor IBM, wenn es um die Anzahl der Systeme in den Top-500 geht, bei der insgesamt installierten Perfomance hat aber IBM die Nase vorn. Bemerkenswert die Platzierung von Cray mit gleich zehn Computern in diesem exklusiven Club. Bei den Betriebssystemen der Top-500-Rechner führt Linux unangefochten (77,4 Prozent) und mit riesigem Abstand vor dem Zweiten AIX (4,20 Prozent). Den Prozessor-Herstellern geht Intel souverän mit knapp 80 Prozent voran, gefolgt von IBMs Power Prozessoren (11 Prozent) und AMD Opterons (8,6 Prozent).

Schaut man noch genauer auf die CPUs, offenbart sich der Siegeszug der Quadcore-Prozessoren: 383 gehören zu dieser Familie. Mit Ein-Kern-CPUs platzierten sich insgesamt nur noch vier Systeme. Alle anderen schafften nicht den Sprung über das erneut höhere Einstiegsniveau von jetzt mindestens 17,1 Teraflop/s für die Liste. Allerdings erwächst den Mehrkern-CPUs zunehmend Konkurrenz aus dem Lager der GPUs (Graphical Processing Units) moderner Grafikkarten, deren Rechenleistung bereits im Teraflop-Bereich liegt. Systeme wie der japanische Supercomputer Tsubame des Tokyoter Institute of Technology erreichen mit 170 Tesla-Grafikchips immerhin 77,48 Teraflops in der Praxis.

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