Open Source im professionellen Einsatz

Todesdrohnen in Connecticut

04.04.2017

Im amerikanischen Bundesstaat Connecticut überlegt das State Police Officer Standards and Training Council offenbar, mit tödlichen Waffen ausgerüstete Drohnen zu erlauben. Bürgerrechtler protestieren.

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Das neue Gesetz soll den Umgang mit Drohnen in dem Bundesstaat generell regeln. Es könnte laut der Webseite Islandpacket.com den Besitz von bewaffneten Drohnen verbieten, aber für die Polizei eine Ausnahme machen. Der republikanische Senator John Kissel beschwichtigt, die Drohnenführer würden eine Ausbildung benötigen, zudem wolle man die Drohnen nur "unter sehr begrenzten Umständen einsetzen.", etwa bei Geiselnahmen.

Bürgerrechtler aber schlagen dennoch Alarm. Das Gesetz würde einen gefährlichen Präzedenzfall setzen, warnt David McGuire von der American Civil Liberties Union (ACLU) Connecticut. Auch die National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) warnt vor dem Einsatz solcher Drohnen. Sie befürchtet einen missbräuchlichen Einsatz in der Community, was angesichts der tödlichen Schüsse auf Afroamerikaner in den USA nachvollziehbar erscheint.

Einige Teile des Gesetzes unterstützt ACLU hingegen. So beinhaltet das Gesetz Restriktionen im Umgang mit Drohnen und die Pflicht, Vorfälle zu melden. Zudem würde die Polizei vor dem Einsatz einer Drohne einen Durchsuchungsbefehl benötigen, außer in Gefahrenfällen und wenn die zu beobachtende Person einwilligt. Auch in North Dakota sind bewaffnete Drohnen erlaubt, allerdings nur mit nicht-tödlichen Waffen. Bundesstaaten wie Nevada, North Carolina, Oregon, Vermont und Wisconsin verbieten den Einsatz bewaffneter Drohnen hingegen komplett.

Sicherheitsexperte Bruce Schneier sieht noch ein anderes Problem, das der mangelnden Security von Drohnen. Er übt sich in Zynismus: "Unzufrieden mit einer Flotte unsicherer Überwachungsdrohnen will der Staat Connecticut nun eine Flotte unsicherer bewaffneter Drohnen einsetzen. Was soll da schon schiefgehen?"

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