Open Source im professionellen Einsatz

Tails 2.0 setzt auf Gnome Shell

28.01.2016

Das Live-System Tails verspricht anonymes und sicheres Surfen im Internet. Nach einer längeren Testphase ist jetzt endlich die Version 2.0 erschienen, die Gnome 3.14 und Debian 8 nutzt. Auf Anwender warten aber noch weitere Änderungen.

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Die runderneuerte Version 2.0 nutzt ab sofort die Gnome Shell 3.14 im Classic-Modus als Desktop-Umgebung. Anwender finden folglich im Panel am oberen Rand ein Applications-Menü, über das sie schnell alle mitgebrachten Programme erreichen. Für Ein- und Umsteiger haben die Tails-Macher eine eigene Seite eingerichtet, die in die Bedienung des neuen Desktops einführt.

Als Unterbau fungiert Debian 8 „Jessie“. Damit springt gleichzeitig das Büropaket LibreOffice von der Version 3.5 auf die 4.3, das Videoschnittprogramm PiTiVi kommt in Version 0.93 und Git liegt in Version 2.1.4 bei. Dank eines aktualisierten Firmware-Pakets erkennt Tails 2.0 jetzt auch mehr Hardware als der Vorgänger. Der E-Mail-Client Icedove ersetzt zudem seinen Vorgänger Claws Mail.

Der Tor-Browser meldet sich ab sofort in der Version 5.5 und basiert auf Firefox 38.6.0 ESR. Er spricht jetzt zudem auf Wunsch Japanisch. Tails 2.0 warnt zudem seinen Benutzer, wenn das Live-System in einer nicht-freien Virtualisierungssoftware läuft.

Da der Windows-Camouflage-Modus nicht unter dem verwendeten Gnome-Desktop läuft, mussten ihn die Tails-Entwickler entfernen. Er soll aber in einer der nächsten Versionen zurückkehren. Dazu benötigen die Entwickler jedoch die Hilfe der Nutzer .

Als Init-System kommt in Tails 2.0 Systemd zum Einsatz. Dieses hilft ab sofort, die verschiedenen Dienste in Sandboxes einzusperren, was wiederum die Sicherheit erhöht. Darüber hinaus sollen der Start des Anonymisierungsdienstes Tor und das Löschen des Hauptspeichers beim Beenden robuster ablaufen. Viele selbstgestrickte (Start-)Skripte der Tails-Entwickler konnten zudem entfernt werden.

Abschließend haben die Entwickler einige Fehler korrigiert. Unter anderem unterstützt Tails 2.0 jetzt hochauflösende Bildschirme besser (HiDPI-Support). Die Installation von Tails übernimmt ein neuer Installationsassistent. Wer den fetten Links auf der Tails-Homepage folgt, dem wird ein Brower-Plugin angeboten, das wiederum Tails herunterlädt und automatisch auf Datenfehler prüft. Das ISO-Image lässt sich aber auch auf einer entsprechenden Seite direkt herunterladen . Sämtliche Änderungen und Neuerungen listet die offizielle Ankündigung auf.

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