Open Source im professionellen Einsatz

Systems 2008: Collectd zur Performance-Analyse im Cloud-Computing

23.10.2008

Florian Forster, Erfinder des freien Datensammel-Dameons Collectd, gab in seinem Vortag einen Überblick über die Performance-Analyse mit seiner Software. Dabei betonte er die Beliebtheit von Collectd im Cloud Computing.

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Sein Referat war Teil der Vortragsreihe im Ausstellungsbereich Perspektive Open Source, die die teilnehmenden Projekte kurzfristig angesetzt hatten (Linux-Magazin Online berichtete).

Im Unterschied zu anderen Systemen, bei denen ein Server die Daten von einer Liste von Clients abfragt, braucht bei Collectd keine solche Liste gepflegt zu werden. Jederzeit ließen sich neue Server hinzufügen, die ihre Performance-Daten per Multicast verschicken, erklärte Forster - ein plus an Flexibilität, das die Betreiber von Coud-Computing-Netzwerken zu schätzen wissen. Daten lassen sich auch innerhalb eines Subnetzes per Multicast sammeln und durch einen Proxy per Unicast in andere Netzsegmente versenden.

Diese Flexibilität ist Teil des Designs von Collectd, den der Nürnberger Informatikstudent vor drei Jahren erfand, um seine privaten Server zu überwachen. Der schlanke, in C geschrieben Daemon dient nur als Datensammler, die unterschiedlichen Performancedaten werden von Plugins erhoben, die als Shared-Objects erhoben werden. Insgesamt gibt es mittlerweile rund 60 Collectd-Plugins, jährlich kommen etwa 20 weitere hinzu. Sie überwachen Größen von CPU-Auslastung bis zur Luftfeuchtigkeit im Server-Rack. Dank des Perl-Interpreters den Mitentwickler Sebastian Harl für Collectd geschaffen hat, kann der Anwender nun auch eigene Plugins in Perl skripten. Collectd verwendet Standards wie SNMP, IPMI und arbeitet mit Standard-Werkzeugen wie RRDTool und Nagios zusammen.

Als nächste Features plant das Projekt Filter-Plugins, die die gesammelten Daten nach Regeln bearbeiten, beispielsweise nur Daten von bestimmten Hosts weiterleiten. Eine Proof-of-Concept-Umsetzung findet sich bereits im Quelltext-Repository der GPL-Software. Daneben gibt es ein Datenbank-Plugin für, das sie DBI-Schnittstelle verwendet (ebenfalls im Repository), ein Plugin für Oracle ist noch in Arbeit. Ein weiteres Ziel ist die Ermittlung gleitender Mittelwerte für redundante Setups: Hier soll der Ersatz-Server schließlich nicht schon bei einer kurzfristigen Spitze einspringen, sondern erst wenn die Situation ein wenig länger anhält.

Die Collectd-Entwickler Forster und Harl sind noch einschließlich Freitag auf der Münchner IT-Messe Systems in Halle B2 im Ausstellungsbereich Perspektive Open Source anzutreffen.

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