Open Source im professionellen Einsatz

Systemd 216 verbessert DNS-Auflösung

20.08.2014

Laut Systemd-Entwickler Lennart Poettering handelt es sich bei Systemd 216 um eine Major Release, die insbesondere die DNS-Auflösung komplettiert.

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Das NSS-Modul "nss-dns" löst Hostnamen über "systemd-resolved" auf, das eine vollständige LLMNR-Namensauflösung unterstützt. Die Systemd-Komponente kommt auch mit Multihome-Systemen zurecht und betreibt die DNS-Server und -Caches separat und pro Interface. Zudem erhält sie DNS-Server-Informationen auf Wunsch automatisch von "systemd-networkd". Zukünftig soll "systemd-resolved" auch DNSSEC und mDNS/DNS-SD unterstützen.

Bildquelle: Shmuel Csaba Otto Traian, CC-BY-SA 3.0

Die "systemd-timesyncd"-Komponente bezieht nun Informationen zum NTP-Server automatisch von "systemd-networkd", wenn der Server via DHCP entdeckt wurde. Wollen Admins einen eigenen NTP-Zeitabgleich für Systemd einrichten, müssen sie fortan die Zeile "Conflicts=systemd-timesyncd.service" in ihrem Unit-File ergänzen.

Während es in "/etc/machine-info" neue Felder für die Angabe der Deployment-Umgebung einer Maschine gibt, die sich über "hostnamectl" aktualisieren lassen, findet das NSS-Modul "nss-mymachines" automatisch die Namen zu den IP-Adressen für sämtliche lokal registrierten Container. Neu an Bord ist auch ein Werkzeug namens "networkctl", das bislang wenig tut, aber in Zukunft ein Kontrollwerkzeug für "systemd-networkd" werden könnte.

Des Weiteren kennt Logind nun den neuen Sitzungstyp "web", für Projekte, die Webclients als PAM-Sitzungen registrieren. Dank des Schalters "--volatile=" lassen sich Container-Instanzen über "systemd-nspawn" nun auch mit leeren Verzeichnissen "/etc" und "/var" betreiben. Der Kdbus-Code kann anstelle des alten Kdbus-spezifischen das neue Memfd-Subsystem von Linux 3.17 verwenden. Nicht zuletzt ermöglicht es der Befehl "verify" für "systemd-analyze" Unit-Files offline zu validieren.

Es gibt noch zahlreiche weitere Änderungen und Reparaturen, über die Poetterings Announcement auf der Mailingliste Auskunft erteilt, die Software selbst lässt sich über Freedesktop.org herunterladen.

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