Open Source im professionellen Einsatz

Supercomputing in der Cloud?

28.10.2010

Etwa 100 Computerexperten aus 20 Ländern trafen sich Ende Oktober in Frankfurt zur ISC-Cloud 10,
einem neuen Ableger der International Supercomputing Conference. Ihr Thema war: Cloud und High
Performance Computing - wie passt das zusammen?

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Hochleistungsrechnen ist Cloud Computing beantwortete Prof. Dr. Kathy Yelick von der University
of California in Berkeley die Frage nach der Konvergenz: Die meisten Kriterien gängiger Cloud-
Definition treffen auch auf HPC-Cluster zu. Nein, hält Prof. Dr. Dieter Kranzlmüller vom Münchner
Leibniz Supercomputing Center in einer Podiumsdiskussion dagegen: Auf seine Rechenriesen schaffen
es nur Jobs, die beweisen können, dass sie speziell dafür optimiert wurden, die exorbitanten Ressourcen
auch auszuschöpfen. Und Tausende Cores plus knapp 40 TByte Hauptspeicher die solche Anwendungen
aus der Stömungsdynamik oder sogar der Computerlinguistik dann benötigen, finden sich eben in
keiner Cloud.
Zwischen Elogen auf das Hypethema des Jahres und einer skeptischen Würdigung der zahlreichen noch
ungelösten Probleme siedelten sich denn auch viele der interessanten Konferenzbeiträge an. John Barr
von der englischen Beratungsfirma 451 Group etwa, nahm das allein für die USA erwartete Marktwachstum
im Cloud-Bereich von 500 auf 4000 Millionen Dollar zwischen 2009 und 2013 zum Ausgangspunkt. Das
Internet der nächsten Generation sei seiner Meinung nach cloudgetrieben. Umfragen hätten ergeben, so
Barr, dass bereits heute ein Drittel der Unternehmen die Ausgaben für Cloud Computing um 20 Prozent
oder mehr pro Jahr steigern wollen. Der Amerikaner Randy Bias, CEO der Firma Cloudscaling und in der
Szene bekannter Blogger, verglich die gegenwärtige Entwicklung mit dem Übergang von der Fließbandarbeit zu Robotern, einem tiefgreifenden, auch kulturellen Wandel, dem man jetzt offen begegnen müsse, weil sich keiner entziehen könne.

Noch bestehende Hindernisse kamen auf der Konferenz allerdings auch vielfach zur Sprache, darunter an erster Stelle nach wie vor Sicherheitsbedenken, fehlende Standards, dadurch drohender Vendor Lock-in, Kontrollverlust, ungelöste Lizenzierungsfragen und die Schwierigkeit, die riesigen Datenmengen zu managen. Für manche dieser Probleme bieten sich durchaus bereits Open Source-Lösungen an, wie der Vortrag von Arend Dittmer zeigte. Das Angebot HPC-as-a-Service, für das er bei Penguin Computing verantwortlich ist, setzt ganz auf Linux.

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