Java Caps 6, die Composite Application Platform Suite, basiert auf Open ESB und hat die neuesten Versionen des Glassfish-Servers und der Netbeans-Entwicklungsumgebung an Bord. Mit Caps sollen Unternehmen sich eine SOA-Infrastruktur bauen können (Service Oriented Architecture).
Die Plattform Java Caps 6 soll einer IT-Infrastruktur Einheitlichkeit und Flexibilität verleihen. Sie bringt dafür eine ESB-Suite (Enterprise Service Bus) sowie Funktionen für Ereignis-Monitoring und Prozessmanagement mit. Durch offene Schnittstellen verspricht Sun einfache Erweiterungsmöglichkeiten.
ESB steht allgemein für Enterprise Service Bus. Als Middleware ohne offenen Standard gibt es sehr verschiedene Implementationen eines ESB, etwa Websphere von IBM oder eben Java Caps von Sun. Der Sun-ESB namens Caps implementiert zum einen die hauseigene Spezifikation Java Business Integration (JBI), die bei den ebenfalls hauseigenen Java Specification Requests die Nummer 208 trägt. Die JBI-Spezifikation ergänzt nach Angaben der JBI-Webseite J2EE und J2SE um SOA-Programmierschnittstellen. Zum anderen geht Caps nach Suns Angaben über eine bloße JBI-Implementation hinaus, indem bei dem Caps zu Grunde liegenden Open ESB zum Beispiel Service-Engines, Integrations- und Monitoringtools dabei sind (siehe die FAQ-Seite zu Open ESB).
Nähere Informationen zur Verfügbarkeit dieses Produkts, als der Pressemitteilung zu entnehmen, hat Linux-Magazin Online bei Sun angefragt. Es erfolgt ein Update, sobald sie uns vorliegen.
Sowohl Open ESB als auch Glassfish und Netbeans, aus denen Java Caps unter anderem besteht, gehören zu den Sun-eigenen Open-Source-Projekten. Suns eigenwillige Projekt- und Lizenz-Politik sieht vor, dass Beteiligte eine Einverständniserklärung (Sun Contributor Agreement) unterzeichnen. Das Unternehmen begründet das mit der legitimen juristischen Vertretungsmöglichkeit, sollte es zu einem Urheberrechtsstreit mit Dritten kommen: Dafür brauche es eine Übertragung der Nutzungsrechte für den Code oder die Dokumentation, die jemand beisteuert, heißt es in den oben genannten FAQs.
Mit einem Sun Contributor Agreement (derzeit Version 1.5) erklärt sich der Beitragende einverstanden, das Sun ein unwiderrufliches, weltweites und nicht-exklusives Nutzungsrecht erlangt, das auch eine kommerzielle Verwertung oder Weitergabe dieses Nutzungsrechtes einschließt. Im Gegenzug verspricht Sun, die beigesteuerte Software oder Dokumentation unter einer FSF- oder OSI-Lizenz für immer öffentlich zugänglich zu machen. Für diese Lizenzierung zieht Sun stets die hauseigene CDDL-Lizenz heran (Common Development and Distribution License).



