Ab Sommer soll die "Open Cloud" verfügbar sein, die das Unternehmen mit seinen Open-Source-Komponenten wie MySQL und Opensolaris betreibt und mit der es sich von geschlossenen Plattformen wie Amazon abgrenzen will. Die Technologie hinter der Cloud will das Unternehmen Partnern zugänglich machen, damit sie ihre eigene Wolke bauen, aber interoperabel mit der von Sun bleiben können. Teil der Cloud-Strategy von Sun ist außerdem, eine öffentliche "Sun Cloud" einzurichten. Als Zielgruppe sind Webentwickler, Studenten oder Forscher sowie neu gegründete Unternehmen genannt, von denen Sun meint, dass sie schnellen und kostengünstigen Zugang zu Rechenressourcen haben wollten. Preise für die Sun-Wolke sind noch nicht bekannt.

Die APIs unterstellt Sun gerade einem öffentlichen Reviewprozess in einem Forum auf Kenai.com. Das ist seit Herbst letzten Jahres eine von Sun gesponsorte Hostingplattform für Open-Source-Projekte. In einem "Changelog" sind die Änderungen nachzulesen, die das Unternehmen nach Feedback der Beteiligten an seinen APIs vornimmt. Um Teil zu nehmen, ist allerdings eine Registrierung erforderlich.

Die Ankündigung von Sun folgt auf die Übernahme des Cloud-Startups Q-Layer und die Ernennung Ian Murdocks als Verantwortlichen für das Cloud Computing bei Sun im Januar. Von Q-Layer benutzt der Server- und Softwarehersteller aus Santa Clara das so genannte Virtual Data Center, dass Cloud-Benutzern ermöglicht, in der Wolke ein Datenzentrum aufzubauen. Mit dem virtuellen Datenzentrum sollen sie via einer einheitlichen Drag-and-Drop-Oberfläche beliebige Betriebssysteme und Anwendungen ausrollen können. Der Wolken-Storage soll laut Sun Webdav unterstützen und seine APIs mit denen des Storage-Webservices S3 von Amazon kompatibel sein.

Update: Die Unterscheidung zwischen Cloud und öffentlicher Cloud begründet ein Sun-Sprecher mit der Möglichkeit für Unternehmen, etwa aus Sicherheitsgründen eigene Wolken aufzusetzen. Auch hybride Clouds sollen möglich sein, damit zum Beispiel Unternehmen bei Auslastung der internen Rechnerwolke auf die öffentliche ausweichen kann. Damit die Wolken zusammen arbeiten, legt Sun die Schnittstellen. Die öffentliche Cloud bezeichnet Sun Sprecher Rolf Kersten einerseits als Referenzimplementierung, andererseits soll sie als Infrastruktur für die Entwicklung von Cloud-Services dienen.