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Steuernachzahlung: Krita Foundation hat Finanzprobleme

01.08.2017

Die seit 2013 hinter dem Grafikprogramm Krita stehende Krita Foundation hat Probleme mit den niederländischen Finanzbehörden. Die Stiftung sei nicht zu 100 Prozent durch Spenden finanziert, lautet der Vorwurf der Finanzprüfer .

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Die im niederländischen Deventer ansässig "Stichting Krita Foundation" lässt über ihren Maintainer Boudewijn Rempt mitteilen, dass eine Steuerprüfung im Februar bei der Stiftung zwei Probleme aufgedeckt habe, die nun zu einem finanziellen Engpass führen. Das eine besteht darin, dass die Stiftung Videotrainings und Bücher verkauft. Damit sei die Stiftung nicht in vollem Umfang durch Spenden finanziert. Die Konsequenz ist, dass die Stiftung teilweise als Firma angesehen werde, die für eigene Ausgaben die Mehrwertsteuer hätte nicht zurückfordern dürfen, wie es geschehen sei. Zudem entstehe durch den von den Finanzbehörden reklamierten veränderten Status auch das Problem, dass für den bei der Foundation angestellten Entwickler Dmitry Kazakov, der in Russland arbeitet, in den Niederlanden ebenfalls Steuern angefallen seien.

Wie der Krita-Maintainer mitteilt, sei durch die Prüfung eine Steuernachzahlung in Höhe von 24.000 Euros angefallen. In Zusammenarbeit mit einem Steuerberater habe man die Summe auf 15.000 Euro drücken können, plus 4000 Euro für das Honorar des Beraters.

Krita habe Ende 2016 rund 30.000 Euro in der Kasse gehabt und sei deshalb in der Lage gewesen, die Geschäfte bis Juli 2017 weiterzuführen. Der Betrag sei nun auf 5.400 Euro geschrumpft. Zwei Sponsoren hätten für den Fortgang des >Betriebs gesorgt und ein weiterer die Entwicklung von Krita gefördert. In Zukunft kommen auf Krita auch höhere Kosten zu, weil Boudewijn Rempt selbst seit Ende 2016 in Vollzeit bei der Stiftung arbeitet, was die laufenden Kosten erhöhe.

Die Stiftung plant eine Spendenaktion im Herbst, bittet aber auch darum, nicht so lange zu waten. Außerdem sollen die Geschäfte mit Videos und Büchern in eine separate Firma ausgelagert werden, um den Non-Profit-Status der Foundation zurückzuerlangen.

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