Open Source im professionellen Einsatz

Startschuss für Security-Disziplin in LPIC-3

02.04.2008

Das Linux Professional Institute (LPI) will der neuen LPIC-3-Prüfung eine optionale Security-Disziplin hinzufügen. Dafür ist jetzt der Entstehungsprozess angelaufen. Ende Februar 2009 soll die Disziplin fertig sein.

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Zur Zeit ermittelt das LPI für die neue Zusatzprüfung 303 "Security" das Anforderungsprofil (Job Task Identification). Dafür befragt das LPI vor allem Fachleute aus dem eigenen Umfeld, auf der Mailingliste und aus einem Pool von Leuten, die sich stark am LPI beteiligen. In einem zweiten Schritt ermitteln freiwillige Teilnehmer mit Hilfe der sogenannten Job-Task-Analysen (JTA) eine genauere Gewichtung im Rahmen des Profils. An den Analysen kann jeder teilnehmen, es ist allerdings eine LPI-ID nötig. Diese Analyse-Surveys beraumt das LPI für Juli und August 2008 an. Aus ihnen werden die konkreten Prüfungsanforderungen entwickelt (Objectives). Ab Oktober oder November soll es schon die ersten Beta-Prüfungsläufe geben. Auch hierfür sind Freiwillige gefragt. Die Beta-Prüfung gibt den Testern die Möglichkeit, die Fragen zu kommentieren und die Gewichtung der Fragen zu prüfen.

Um an den JTAs mitzuwirken, ist eine Registrierung erforderlich. Sie erfordert genaue Adressdaten, die Angabe der eigenen Qualifikation ist freiwillig. In seinem Profil stellt man die gewünschte Beteiligungsform ein.

Prinzipiell kann jeder bei der Entwicklung oder Revision der LPIC-Prüfungen mitmachen, die oder der sich dafür kompetent genug fühlt, sagte Klaus Behrla zu Linux-Magazin Online. Klaus Behrla ist einer der zwei Geschäftsführer des europäischen LPI-Partners LPI Central Europe (LPICE, siehe dazu die Meldung auf Linux-Magazin Online). Es gebe zwar einige Firmen, die "sehr stark daran
mitarbeiten", beispielsweise IBM, so Behrla weiter. Er betonte jedoch, dass der Prozess bis zum Ende offen ist, denn das unterscheide die LPIC ja gerade von anderen Zertifizierungen. Bei den Revisionen seien die Prozesse der Task-Analyse und der Objective-Formulierung außerdem nicht so stark getrennt, sondern greifen mehr ineinander, sagte Behrla noch. Bei welchem Event der Beta-Durchlauf der neuen LPIC-Prüfung in diesem Herbst stattfinden wird, konnte er noch nicht mit Sicherheit sagen.

Bei den Job-Task-Analysen ermitteln freiwillige Linux-Professionals eine genauere Differenzierung und Gewichtung des Anforderungsprofils einer LPIC-Prüfung.

Linux-Kenner, die sich an der Weiterentwicklung der LPI-Prüfungen beteiligen wollen, nutzen am besten die LPI-Mailingliste Examdev. Für die LPIC-Prüfungen 1 und 2 laufen derzeit noch bis Ende des Jahres diese Analysen, um die Objectives zu revidieren (wir berichteten). Im LPI-Wiki legen die Verantwortlichen schließlich eine Seite für die Objectives an, die aus dem Identifikations- und Analyse-Prozess gewonnen wurden. In dem öffentlichen LPI-Wiki sind zum Beispiel auch die - nun bald veralteten - Objectives der LPIC 1 und 2 verzeichnet, die Anfang 2006 das letzte Mal revidiert wurden.

Die LPIC-3-Prüfung gibt es seit Anfang 2007. Sie besteht aus der Kernprüfung 301 und Zusatzprüfungen 30x, von denen bisher nur die Zusatzprüfung 302 "Mixed Environment" im Angebot ist.

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