Open Source im professionellen Einsatz

Spinnaker: Continuous-Delivery-Plattform erreicht Version 1.0

07.06.2017

Mit Spinnaker stellen Google und Netflix eine Continuous-Delivery-Plattform für die Cloud in der Version 1.0 vor. Die Software ist seit November 2015 Open Source, neu an Bord ist ein CLI namens Halyard.

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Automatische Releases, unveränderbare Infrastrukturen, Stück-für-Stück-Rollouts und schnelle Rollbacks gehören zu den Dingen, die Google benötigte, um die hauseigene Software möglichst schnell und kontinuierlich zu veröffentlichen - bei rund 10 000 Deployments pro Tage ist das keine leichte Sache.

Hier kommt Spinnaker ins Spiel. Die Software stammt ursprünglich von Netflix, Google sprang 2014 mit ins Boot, und gemeinsam veröffentlichten die Unternehmen sie Ende 2015 unter der Apache-Lizenz-2.0. Nun ist Version 1.0 von Spinnaker erschienen, üblicherweise eine Ansage, dass die Entwickler ihre Software als reif für den reibungslosen Produktiveinsatz betrachten.

Mit Halyard hat die aktuelle Version auch ein neues Kommandozeilen-Interface mit an Bord, das es Admins erleichtert, die Software zu installieren, zu konfigurieren und zu aktualisieren. Alle neuen Spinnaker-Ausgaben folgen fortan einem semantischen Versionierungsschema, Admins müssen die einzelnen Microservices nun nicht mehr separat verwalten.

Weitere Gründe für Spinnaker nennt der begleitende Blogeintrag: Zu den Aktiva der Software gehören laut Google der 100 Prozent offene Quellcode und das Entkoppeln der Release Pipeline von den Cloud-Anbietern. Dadurch arbeitet Spinnaker unabhängig von Cloudanbietern, es unterstützt unter anderem Google Computer Engine, Azure, EC2, Kubernetes und Open Stack.

Spinnaker ermöglicht zudem automatische Releases, integriert sich mit existierenden CI-Workflows, die Git, Jenkins, Travis CI oder Docker verwenden. Die Software unterstützt Testreleases, Deployments über mehrfache Stationen und Traffic Splitting und einfache Rollbacks. Anstelle von Updates setzt Spinnaker auf Immutable Infrastructure. Ändert sich eine Komponente, erfolgt ein Rebuild mit anschließendem Deployment der neuen Infrastruktur anstelle der üblichen Updates. Das soll das Debuggen erleichtern und Konfigurationsfehler vermeiden.

Die Software unterstützt daneben verschiedene Authentifizierungs- und Autorisierungsoptionen, darunter Oauth, Saml, LDAP, X.509-Zertifikate, Github-Teams, Azure-Gruppen und Google Groups. Wer das Projekt anschauen möchte, kann dies über eine neue Webseite tun, der Code steckt in einem Github-Repository.

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