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Skurril: FFII prämiert Microsoft als OOXML-Gegner

Der Gewinner des Kayak Preises 2007, von der Foundation for a Free Information Infrastructure (FFII) verliehen für die erfolgreichste Kampagne gegen Microsofts Office Open XML (OOXML) als Standard, ist Microsoft selbst.

Microsoft hatte im Dezember 2006 sein hauseigenes OOXML-Format zur ISO-Standardisierung eingereicht, woraufhin die gemeinnützige FFII das Ereignis zum "Krieg der Formate" erklärte. Die Stiftung stellte sich an die vorderste Front der Gegner und engagierte sich mit einer eigenen Webseite unter dem Namen NoOOXML. Als Teil der Werbeaktion lobte die FFII einen Preis aus für den besten Kampagnenführer im Kampf gegen das Microsoft-Format. Nun vergibt der FFII den Preis an den Gegner Microsoft mit der Begründung, dass der Konzern selbst am meisten dazu beigetragen habe, dass die ISO-Abstimmung mangels Stimmenmehrheit im ersten Anlauf gescheitert ist.

Die Erklärung von FFII-Präsident Peter Hintjens ist dann auch kein Lob: "Indem sie so sehr gedrängt haben, ihr OOXML durchzubekommen, sogar so weit, indem sie Komitees in Schweden, Dänemark, Schweiz, Portugal, Italien und mehr neu besetzt haben, hat Microsoft der Welt deutlich gemacht, wie armselig ihr Format ist." Und weiter: "Alles in allem kamen mehr als zehntausend technische Kommentare aus den Ländern, ein neuer Weltrekord für ein ISO-Votum. Microsoft hat einen heroischen - und teuren - Versuch gemacht, den eigenen Vorschlag in Misskredit zu bringen, und wir sind ihnen ehrlich dankbar." Der Verein erklärt weiter, dass die eigenen Aktionen preiswert waren und nennt den Kaufpreis der Domain Noooxml.org in Höhe von zwölf Euro. Falls Microsoft das Preisgeld in Höhe von 2500 Euro abzüglich dieser zwölf Euro bei der Preisverleihung nicht holen würde, soll das Geld der Erdbebenhilfe Peru gespendet werden.

Im Februar 2008 werden die Ergebnisse der ersten Abstimmung im ISO-Ausschuss noch einmal diskutiert, und Microsoft hat die Chance, sein Dokumentformat nachzubessern. Mario Wendt, Interoperability Architect bei Microsoft, gibt sich im Interview mit dem Linux-Magazin Online denn auch optimistisch und meint, dass die Kommentare der ISO-Mitglieder das hauseigene Format letztlich zum Erfolg führen: "Wir sind zuversichtlich, dass diese zur Zufriedenheit unserer Kunden und Mitbewerber in den Standard eingearbeitet werden können." Der FFII gibt sich weiter kampfbereit und prophezeit lediglich kosmetische Korrekturen durch Microsoft, zudem werde das Unternehmen weiterhin starken Druck auf die Stimmberechtigten ausüben.

(Britta Wülfing)
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