Open Source im professionellen Einsatz

Sieger der Android-Challenge: Trend zu GPS und Web 2.0

08.09.2008

Anstatt ein Team von Software-Entwicklern anzustellen, ging Google für seine Handy-Plattform Android den umgekehrten Weg: Der Konzern lobte für Anwendungsideen und ihre Umsetzung in der Android Developer Challenge hohe Geldpreise aus. Wir zeigen eine Auswahl der Sieger.

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Taxiruf und lokales Web 2.0: Zu den Gewinnern zählt unter anderem "Cab4me". Die Software bestimmt per GPS und Google Maps die aktuelle Position des Nutzers, zeigt ihm Taxistände in der Nähe an und lässt ihn per Klick ein Taxi rufen. "Live360" ist ein soziales Netzwerk, das den Anwender nicht nur mit der eigenen Familie, sondern auch mit Android-Nutzern aus der Nachbarschaft verknüpft. Das Tool informiert die Nutzer über wichtige Events in der Gegend, lässt sie die eigene Familie auf einer Karte verfolgen und setzt im Falle eines Unfalls ein Signal ab sowie medizinische Informationen.

Party-Chef und Lärmverwalter: "Wertago" soll Nachschwärmern helfen, ihre Aktivitäten zu koordinieren. Die Software zeigt die Plätze an, wo am meisten los ist, stellt Kontakt zu anderen Partygängern her und hilft beim Verabreden mit Freunden. Ob sich die Software auch betrunken nutzen lässt, muss die Praxis zeigen. Bei "Locale" handelt es sich um eine weitere Android-Anwendung, die aber nicht die Spracheinstellung ändert, sondern Profile abhängig vom Aufenthaltsort anlegt. Über GPS lässt sich feststellen, wo sich der Anwender gerade befindet, was ein spezielles Profil aktiviert. Sitzt der Nutzer etwa in einem Meeting-Raum, dämpft Android die Lautstärke des Klingelsignals.

Preiskämpfe und Fußabdrücke: "CompareEverywhere" und "GoCart" könnte Android-Nutzern den täglichen Einkauf erleichtern: Wem die Butter im Supermarkt zu teuer erscheint, der vergleicht den Preis einfach über das Internet mit denen in den umgebenden Läden. Das funktioniert über einen eingebauten Barcode-Scanner. Auf diese Weise lassen sich auch Tests zu einem Produkt aufrufen und Reviews von anderen Benutzern lesen. Für umweltbewusste Anwender bringt Android "Ecorio" mit, das anhand der GPS-Messdaten den CO2-Fußabdruck des Anwenders ausrechnet. Die Software schlägt dann sparsamere Alternativen der Fortbewegung vor, verweist auf öffentliche Verkehrsmittel oder Carpools in der Nähe. Gibt es keine Alternative zum Auto, kann der Anwender auch Buße tun und an ein Projekt spenden, das sich um die Reduktion des globalen CO2-Ausstoßes bemüht.

Trend zur GPS-Überwachung: Die zehn Gewinner-Teams gehen mit jeweils 275.000 US-Dollar für ihre Android-Anwendungen nach Hause, zehn weitere Gruppen erhalten immerhin noch jeweils 100.000 US-Dollar. Insgesamt fällt auf, dass viele der Gewinner-Anwendungen ihre Dienste basierend auf GPS-Daten anbieten. Das ist praktisch und unausweichlich, um Anwendern attraktive Dienste vor Ort anzubieten. Datenschützern dürften die von Android verschickten Informationen aber zugleich ein Dorn im Auge sein: Die Kopplung von GPS und Web-2.0-Diensten macht es so einfach wie nie, die sozialen Gewohnheiten, Wege und das Kaufverhalten der Handybesitzer zu überwachen und auszuspionieren.

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