Jeder kennt das Problem, meint Shuttleworth: Zahllose Browser-Tabs mit Web-Anwendungen sind offen, der Wechsel zum richtigen Tab ist nicht immer schnell erledigt. Ab Ubuntu 12.10 sollen Anwendungen besser miteinander kommunizieren, sodass dann auch Web-Apps den Desktop informieren können, dass sie gerade laufen und für bestimmte Aufgaben zuständig sind. So taucht beispielsweise ein Gmail-Icon in der Statusleiste auf, wenn der User im Browser die Seite geöffnet hat, und übernimmt alle Mail-Aufgaben des Desktops. Obwohl das Gmail als Browseranwendung in einem Tab läuft, kann Unity mit der neuen Technologie fortlaufend die aktuelle Anzahl neuer Mails anzeigen. Die Medienwiedergabe (in Shuttleworths Beispiel last.fm) klinkt die Playliste aus dem Web-Player direkt in das Icon der Lautstärkeregelung ein, womit der Anwender einfach zum nächsten Stück springen kann, auch in Browser-Streams.

Zwar sei die Entwicklung noch nicht abgeschlossen, berichtet der Canonical-Chef, aber man mache große Fortschritte bei der weiteren Integration von Cloud-Diensten. So seien die Funktionen bereits in das Head-Up-Display integriert. Auch lassen sich Webdienste wie Twitter, Facebook oder auch Googles Bilderdienst Picasa einbinden. Die Daten der Online-Accounts konfiguriert der Benutzer in einem eigenen Systemsteuerungsmodul. Implementiert sei das Ganze via HTML 5 und Juju.

Ein Video namens Introducing Ubuntu Web Apps zeigt die Integration exemplarisch, Mark Shuttleworths Rede auf der OSCON ist hier zu finden, in dem Vortrag spricht der CEO auch über die weitere Strategie und den aktuellen Stand rund um die Cloud-Integration in Ubuntu, zum Beispiel über die Projekte Open Stack und Juju.

Dem Nachrichtendienst Slashdot zufolge wird das Feature zwar in Ubuntu 12.10 erstmals eingeführt, soll aber auch demnächst für die LTS-Variante 12.04 zur Verfügung stehen.