Seamstress: Bilder intelligent skalieren
Verkleinerte Bildversionen, auf denen dennoch die Details erkennbar bleiben, verspricht die Bildbearbeitungsbibliothek Seamstress. Die nun in Version 1.0.0 veröffentlichte Software bewertet die verschiedenen Bildbereiche vor dem Verkleinern mit einer "Energiefunktion" und lässt optisch auffällige Bereiche unverändert.
Inhaltsdifferenzierte Bildskalierung nennen die Erfinder Ariel Shamir (Interdisziplinäres Zentrum Herzliya) und Shai Avidan (Mitsubishi Electric Research Laboratories) ihr Verfahren, das nur die "langweiligen" Teile einer Grafik verändert. Die unter der GPL veröffentlichte C-Bibliothek Seamstress setzt das in der Abbildung gezeigte Verfahren um: Beim Stauchen der Ausgangsgrafik (oben) rücken die Kugeln enger zusammen (links unten), ohne ihre Form zu verändern. Die konventionell in der Breite skalierte Version (rechts unten) verdeutlicht den Unterschied.
Verdichtet: Seamstress staucht lediglich die freien Bereiche zwischen den Kugeln (links unten). Anders als bei einer einfachen Breitenskalierung (rechts unten) bleibt die Form der Kugeln erhalten.
Außer der Bibliothek enthält das Sourceforge-Projekt die GTK-Anwendung Arachne, die die Funktionsweise von Semstress demonstriert, ohne Programmierkenntnisse vorauszusetzen: Sie passt geladene Tiff-Bilder dynamisch an die Fenstergröße an. Neben der automatischen Bewertung der Bildbereiche durch die Software kann der Benutzer Objekte, die sich beim Skalieren nicht verändern sollen, per Hand wählen. Wie die Screenshots beweisen, lassen sich so sogar unerwünschte Bildelemente auf Fotos entfernen, ohne dass die Abbildung ihren realistischen Charakter verliert.





