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Schwedische OpenXML-Abstimmung für ungültig erklärt

Das Schwedische Institut für Standards (SiS) hat mit einer aktuellen Presseerklärung sein Votum für Microsofts Dokumentformat OpenXML für ungültig erklärt.

Mit dem Schreiben zieht das SiS sein umstrittenes Votum von Anfang der Woche zurück und verkündet, dass Schweden nunmehr keine offizielle Position zu OpenXML vertritt. Als Grund gibt das Institut an, dass eine der abstimmenden Parteien zweimal gewählt habe, obwohl nach den SiS-Regelungen jedes Unternehmen nur einmal abstimmen dürfe.

Der schwedische Verein für eine freie Informationsinfrastruktur (Förening för en fri informationsinfrastruktur) FFII hatte Microsoft vorgeworfen, die Abstimmung über seine schwedischen Partnerfirmen beeinflusst zu haben. In einem Blogeintrag hat Jason Matusow, zuständig bei Microsoft für Intellektuelles Eigentum und Interoperabilität, inzwischen eingestanden, dass Microsoft Geschäftspartner in Schweden kontaktiert hatte und um Unterstützung für OpenXML gebeten hatte. Medien gebenüber hatte der Konzern zwischenzeitlich auch Bestechungsversuche zugegeben. Laut Microsoft-Manager Tom Robertson wurden die angebotenen Gelder nach Bekanntwerden sofort zurückgezogen, da dies "inkonsistent mit der Firmenpolitik" sei.

Derzeit sammelt die ISO Stimmen der nationalen Gremien zur Anerkennung von Microsofts XML-Format als ISO-Standard. Bis zum 2. September können die Normungsinstitute ihr Votum abgeben. Weil die Schweden nach den Unregelmäßigkeiten den Termin voraussichtlich nicht mehr halten können, will sich SiS nun der Stimme enthalten. Das deutsche Institut für Normung DIN hat bereits mit "Ja, aber..." für die Aufnahme des Formats als Standard gestimmt.

(Britta Wülfing)
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