Open Source im professionellen Einsatz

Schlankes Linux-Notebook Eee-PC in Deutschland präsentiert

06.11.2007

Das im Juni angekündigte Asus-Notebook Eee kommt nun auch in Europa auf den Markt. Auf der Präsentation in Hamburg konnte Linux-Magazin Online einen ersten Blick auf das leichtgewichtige Gerät werfen.

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Das Eee sollte ursprünglich in drei unterschiedlich ausgestatteten Varianten erscheinen. Vorerst kommt der kleine Rechner aber nur in einer auf den Markt: Es ist der nur 920 Gramm leichte Eee-PC 4G, der heute in Hamburg vorgestellt wurde. In seinem Inneren arbeitet ein Intel Celeron M mit 900 MHz und 512 KByte L2-Cache auf einem Intel 915GML Chipsatz. Der Arbeitsspeicher hat eine Kapazität von 512 MByte. Der LAN-Chip stammt von Atheros, der WLAN-Chip, der nach dem Standard 80.211 b/g arbeitet, ebenfalls. Um den Ton kümmert sich ein Intel HDA Soundchip. Der Onboard-Grafik-Chipsatz stammt ebenfalls von Intel. Als Zeigegerät ist Synaptics-Touchpad mit Scrollfunktion eingebaut. Die 4 GByte große Solid-State-Disk ist über S-ATA ans System angebunden. Im Auslieferungszustand nimmt das vorinstallierte System bereits gut 2,3 GByte ein. Erweitert werden kann der Speicherplatz über SD- und MMC-Karten. Auf der rechten Seite des Gehäuse ist dafür eine Card-Reader eingebaut. Externe Geräte lassen sich über die drei USB-2.0-Ports anschließen. Auf ein optisches Laufwerk hat Asus verzichtet.

Lspci zeigt: Das Innenleben des Eee-PC stammt größtenteils von Intel, der Ethernet-Chip ist ein Atheros.

Im Display-Rahmen hat Asus eine 0,3-Megapixel-Webcam integriert, die Bilder mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixel aufnimmt. Vor Ort reagierte sie sehr schnell auf Bewegungen und Lichtwechsel. Inhalte werden auf dem 7 Zoll-TFT-Display mit einer Auflösung von 800 x 480 Pixel angezeigt. Dessen Oberfläche spiegelt nicht und ist gut ablesbar. Bei direkter Sonneneinstrahlung ist jedoch kaum noch etwas darauf zu erkennen. Die maximale Helligkeit lässt eher zu wünschen übrig.

Innerhalb von nur 15 Sekunden soll der Rechner betriebsbereit sein. Für bis zu 3,5 Stunden Laufzeit soll der Vier-Zellen-Akku mit 5200 mAh reichen. Das System basiert auf Xandros-Linux. Die Grundlage bildet ein angepasster Kernel 2.6.21.4. Die KDE-Oberfläche wurde stark angepasst und gleicht in Optik und Handhabung sehr der von Windows XP. Sie soll von Anwendern aller Systeme schnell zu erschließen sein. Nach dem Einschalten des kleinen Rechners stehen zahlreiche Anwendungen aus den Bereichen Internet, Office und Lernen bereit. Auch an eine kleine Auswahl an Spielen haben die Entwickler gedacht. Eine Anti-Viren-Lösung von Xandros ist ebenfalls dabei. Insgesamt sind 40 Anwendungen aus allen Bereichen vorinstalliert, die über ein einfach strukturiertes Menü erreichbar sind. Weitere Linux-typische Programme lassen sich über die Kommandozeile erreichen.

Das Konzept, das hinter dem Eee steht, erläutert Oliver Bartz, Vertriebschef von Asus: "Der Eee ist kein Notebook. Er ist ein Gerät, das Flexibilität und allgegenwärtigen Zugang zum Internet bieten soll. Seine Zielgruppe ist die Familie, darum nennen wir das Produkt den Family-PC. Es geht uns um den Neueinsteiger: Kinder, Schüler, Studenten und um junge Familien." Die drei "E" stehen für "Einfaches Lernen, Arbeiten und Spielen, für "Exzellente Internet Erfahrung" und für "Exzellente Mobilität". Die Idee zum Eee wurde mit Partnern vor allem mit Intel zusammen entwickelt. Grundlage war das Programm "World ahead", das sich vor allem an Afrika, Asien und Südamerika richtet. Produktmanager Lars Schweden betont jedoch im Gespräch, dass der Eee-PC nie als Konkurrenz zum Projekt One Laptop per Child (OLPC) oder dem Classmate-PC von Intel geplant war. Angesichts des steigenden Preises des OLPC und der Tatsache, dass der Classmate nur direkt an Organisationen abgegeben wird, räumt Lars Schweden ein, dass der Eee-PC eine Alternative sein könnte, fokussiert werde das aber nicht.

Der Eee-PC wird zunächst in einer weißen und einer schwarzen Ausführung angeboten, weitere Farben sollen folgen.

Vor wenigen Tagen hat Asus den Preis für Asien mit rund 240 Euro angegeben. In Europa wird der Eee teurer: Das vorgestellte Modell Eee-PC 4G wird 299 Euro kosten. Noch pünktlich zu Weihnachten soll der Eee im Dezember im Handel verfügbar sein. Vorerst werden die Farben Schwarz und Weiß angeboten, vier weitere sollen bis zum zweiten Quartal 2008 folgen. An einer Windows-Variante werde ebenfalls gearbeitet, verrät Lars Schweden im Gespräch. Doch wann diese startete und zu welchem Preis, sei noch nicht klar.

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