Das Samba-Entwicklerteam erhält von Microsoft die notwendige Dokumentation, um die freie Software vollständig mit Microsoft-Produkten interoperabel zu machen.
Microsoft und das Samba-Team haben sich auf Lizenzbedingungen zur Verwendung der Dokumente geeinigt. Die Samba-Entwickler wurden dabei durch den Juristen Eben Moglen und sein Software Freedom Law Center (SFLC) vertreten. Die Organisation zur Rechtsberatung in Sachen freie Software gründete zur Durchführung der Lizenzierung eine eigene Körperschaft namens Protocol Freedom Information Foundation (PFIF), die als Vertragspartner Microsofts auftritt.
Die Übergabe der Dokumente ist das Resultat des Anti-Kartell-Verfahrens gegen Microsoft bei der Europäischen Kommission. Das Urteil vom 24. März 2007 verpflichtet den Softwarekonzern, Wettbewerbern zur Interoperabilität benötigte Informationen zugänglich zu machen.
Nach der einmaligen Zahlung einer Lizenzgebühr von 10.000 Euro wird die PFIF die Spezifikationen erhalten und dem Samba-Team unter einem Non-Disclosure-Agreement zugänglich machen. Während die Protokoll-Dokumentation selbst im kleinen Kreis der PFIF und der Entwickler bleibt, erlaubt die Lizenzvereinbarung, den resultierenden Quellcode der Umsetzung zu veröffentlichen. Nach Angaben des Samba-Teams ist das konform mit der GPL in Version 2 und 3. Weitere Details finden sich in der Lizenzvereinbarung, die als 55 Seiten starkes PDF-Dokument online verfügbar ist.
Der Samba-Erfinder Andrew Tridgell begrüßte im Namen des Teams die Einigung: "Es freut uns sehr, dass wir Zugang zu den technischen Informationen erhalten, die wir zur Weiterentwicklung von Samba und anderer freier Software benötigen. Wir waren zwar ein wenig enttäuscht, dass die Gerichtsentscheidung nicht auch die Patentansprüche auf die Protokolle behandelte, aber dennoch ist das ein großer Erfolg für die Europäische Kommission und den Kampf gegen Kartelle in Europa."
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