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SFLC: Microsofts Veröffentlichungen bieten keine Sicherheit

Die Juristen vom Software-Freedom Law Center (SFLC) haben eine Analyse zu Microsofts vor Kurzem getätigten Open Specification Promise (OSP) veröffentlicht.

Das Ergebnis: Open-Source-Entwickler sollten sich nicht darauf verlassen. Der ISO-Organisation empfehlen sie deshalb, Microsofts OOXML nicht als Standard zuzulassen.

Das SFLC ist eine Non-Profit-Organisation, die Entwickler und Projekte von Freier und Open-Source-Software in Rechtsfragen beraten und unterstützen. Das aktuelle Rechtsgutachten haben die Juristen auf Nachfragen aus der Community und von Klienten erarbeitet, die mehr zur Tragfähigkeit der OSP wissen wollten, und ob dieses mit der GNU General Public License (GPL) vereinbar wäre. Mit den Bedingungen des OSP als Rechtsgrundlage will Microsoft den Zugang zu den Binärformaten einiger Microsoft-Büroanwendungen erleichtern. Die OSP verspricht Drittanbietern, die eigene Software für Microsoft-Technologie schreiben, dass diese keine Klagen wegen Patentverletzung zu fürchten hätten. Hiermit hatte das Unternehmen auf Nachfragen im Zusammenhang mit dem Standardisierungsprozess für das hauseigene Format OOXML reagiert.(Linux-Magazin Online berichtete). Die Anwälte der SFLC kommen jedoch zu einem vernichtenden Ergebnis: "Auf der Basis unserer Prüfung der OSP empfehlen wir, dass sich freie Software-Entwickler nicht darauf als Absicherung verlassen," sagt Karen Sandler, SFLC-Anwältin. Ihre Empfehlung an die abstimmungsberechtigten Länderorganisationen: "Weil freie Software-Entwickler OOXML nicht frei implementieren können, drängen wir darauf, dass es nicht als ISO-Standard zugelassen wird."

Das SFLC-Papier nennt mehrere Gründe für die Unzuverlässigkeit des so genannten Patentversprechens von Microsoft: Zum einen könne Microsoft die Zusage für künftige Versionen von Spezifikationen jederzeit zurücknehmen, außerdem sei der Geltungsbereich der OSP stark eingeschränkt. Schließlich komemn die Anwälte zu dem Schluß, dass das OSP nicht mit freien Software-Lizenzen kompatibel ist, auch nicht mit der GPL. Das Rechtsgutachten kann auf der
SFLC-Webseite kostenlos heruntergeladen werden.

Derzeit durchläuft das Dokumentformat OOXML die letzte Phase in einem abgekürzten Verfahren bei der Internationalen Standards Organisation (ISO). Trotz einer ersten Abstimmungsniederlage im Herbst 2007 hofft Microsoft nach der neuerlichen Abstimmung das begehrte ISO-Siegel zu erhalten. Der aktuelle Abstimmungsprozess läuft bis Ende März und ist wieder von Unregelmäßigkeiten begleitet.

(Britta Wülfing)
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