Ein gemeinsames Entwicklerteam soll die Möglichkeiten der Linux-Software ausloten und die Sicherheit auf dem Mainframe verbessern. Die Vereinbarung betrifft die Z-Mainframe-Reihe von IBM inklusive Storage. Eine wichtige Rolle dabei soll auch die IBM-eigene Virtualisierungstechnologie mittels logischer Partitionen (LPARs) spielen. LPARs unterteilen die umfangreichen Ressourcen auf dem Mainframe nach Arbeitslast in einzelne Bereiche, in denen je eine Applikation isoliert von den anderen betrieben wird.

In ihrer Ankündigung betonen die Unternehmen die Sicherheit, die Kunden durch der Zusammenarbeit gewinnen sollen. Da Mainframes insbesondere in sicherheitskritischen Bereichen mit großen Datenmengen eingesetzt werden, müssen die Systeme eine Reihe von Sicherheitsvorschriften erfüllen. Die Unternehmensvariante des Linux-Betriebssystems Red Hat Enterprise Linux (RHEL) 5 soll sich hierfür besonders gut eignen, da es alle Voraussetzungen für die Zertifizierung gemäß dem Sicherheitsstandard EAL 4+ mitbringt. IBM will nun den Zertifizierungsprozess von RHEL 5 auf Z-Systemen übernehmen. Als wichtig für den Einsatz auf dem Z-System wird auch der Mechanismus Security Enhanced Linux (SE Linux) genannt, der in RHEL integriert ist. Mittels SE Linux lassen sich Daten und Kernel-Ressourcen nach festgelegten Protokollen absichern.

Bemerkenswert ist die Vereinbarung auch deshalb, weil bislang der größte Anteil an Linux-Software für Z-Systeme vom Red-Hat-Konkurrenten Novell kam. IBM und Novell kooperieren seit langem bei Entwicklung, Vertrieb und Support von Novells Suse Linux auf Z-Computern. Ob Red Hat Linux nun das Novell-Produkt ablösen soll oder beide Linux-Betriebssysteme parallel eingesetzt werden, war von den Kooperationspartnern noch nicht zu erfahren.