Das Linux-Unternehmen Red Hat hat das Systemintegrationshaus Amentra gekauft und will damit seinen Geschäftsbereich Jboss weiter stärken.
Das US-amerikanische Unternehmen Amentra ist auf die Beratung von Unternehmen bei Service-orientierten Architekturen (SOA) und im Business Process Management (BPM) spezialisiert. Amentra ist bereits seit längerem als Jboss-Berater aktiv und hat derzeit rund 140 Mitarbeiter in den USA, darunter in Washington, Philadelphia und Richmond. Das Unternehmen soll als unabhängiges Red-Hat-Unternehmen im Markt auftreten, bisherige Partnerschaften und Kundenverträge sollen unverändert fortgesetzt werden. Ein Kaufpreis wurde bislang nicht genannt.
Mit der Akquise setzt Red Hat seine Jboss-Unternehmensoffensive fort mit dem Ziel, seine Open-Source-Plattform für Unternehmen attraktiver zu gestalten. Mit seiner Initiative zielt Red Hat vor allem auf den Mitbewerber BEA, dessen Kunden das Unternehmen für die Migration auf seine offene Plattform gewinnen will (Linux-Magazin Online berichtete). Amentra mit seinen Spezialgebieten BPM und SOA soll sich hier gut integrieren und das Kundenvertrauen in die Jboss-Plattform stärken. "Die Tiefe der lösungsorientierten Beratungsdienstleistungen von Amentra wird dazu beitragen, dass Unternehmen auf Jboss Enterprise Middleware-Produkte vertrauen", so Craig Muzilla, zuständig bei Red Hat für den Geschäftsbereich Middleware. Geht es nach den Vorstellungen von Muzilla, soll Jboss bis zum Jahr 2015 in der Hälfte aller SOA-Projekte in Unternehmen eine wichtige Rolle übernehmen.
Red Hat hatte Jboss im Jahr 2006 für 420 Millionen US-Dollar gekauft. Nach Analystenmeinung ist der Bereich bis heute im Linux-Unternehmen nicht ausreichend integriert und gilt bislang als Schwachstelle bei der Bewertung des Unternehmenswertes.
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