Der Hersteller wird die neueste Version der Linux-Distribution für Unternehmen vermutlich am 15. März im Linuxpark auf der CeBIT vorstellen, aber erste Details sind bereits durchgesickert. Die wichtigste Neuerung dürfte die starke Einbindung der Virtualisierungslösung Xen sein. Damit wird Red Hat dem Mitbewerber Novell nachziehen, der bereits seit dem Suse Linux Enterprise Server 10 die Virtualisierung mitliefert.

Zwar war die Virtualisierung mit Xen bereits in die von Red Hat gesponserte Community-Distribution Fedora Core 4 integriert, aber erst mit der neuen Version gibt es hierfür offiziellen Support für Unternehmenskunden. In RHEL 5 soll nun ein Virtualisierungsmanager direkt integriert sein, mit dem sich die virtuellen Maschinen überwachen und steuern lassen. Durch eine Kombination aus Red Hat Cluster Suite, Global File System und Cluster Logical Volume Manager will das neue RHEL 5 eine Failover-Strategie zum Einsatz bringen.

Es gilt als wahrscheinlich, dass sich mit RHEL 5 auch das aktuelle Preismodell den Möglichkeiten der Virtualisierung anpasst. Branchenkenner vermuten, dass das Einsteigermodell Red Hat Enterprise Linux WS wegfällt und durch eine Desktop-Lösung, einen sogenannten Red Hat Client, ersetzt wird. Die Bezeichnung "WS" ist auf die Abkürzung für Workstation zurückzuführen, die Red Hat mit den ersten Versionen seiner Produktlinie für Unternehmen eingeführt hat. Vermutlich will Red Hat auch hier mit seinem Konkurrenten Novell gleichziehen, der mit dem Suse Linux Enterprise Desktop auf diesen Einsatzbereich zielt. Das Vergleichsprodukt von Red Hat, der Red Hat Enterprise Linux Desktop, ist bislang nur in Kombination mit dem Red Hat Satellite Server ab einer Stückzahl von 25 Lizenzen erhältlich.

Auf der Pressekonferenz am Vorabend der CeBIT werden voraussichtlich Einzelheiten zu Red Hat Enterprise Linux 5 verkündet.