Red-Hat-CEO Szulik geht, Ex-Delta-Airlines-Chef kommt
Auf einer Veranstaltung am Donnerstag gab der Red-Hat Chef Matthew Szulik seinen Rücktritt von seinen Posten als Chief Executive Officer und Präsident des Linux-Unternehmens zum Jahresende bekannt.
Szulik gab Gesundheitsprobleme in der Familie als Grund für seine überraschende Entscheidung an. "Nach beinahe einem Jahrzehnt an der Spitze von Red Hat habe ich mich entschlossen, meinen Posten als CEO und Präsident aus den persönlichen Gründen aufzugeben, die ich bereits nannte", schreibt er als Blogeintrag auf der Unternehmenswebseite. Einen Nachfolger hat Red Hat bereits engagiert: Am 1. Januar soll James Whitehurst, der frühere Chief Operating Officer der amerikanischen Fluglinie Delta Airlines, die Aufgabe übernehmen. Das Unternehmen gab die Entscheidung gleichzeitig mit der Veröffentlichtung seiner Ergebnisse für das 3. Quartal des Steuerjahrs 2008 bekannt.
Szulik war seit 1999 an der Spitze der Linux-Firma; seinen Posten im Aufsichtsrat will er behalten. Überzeugt habe sein Nachfolger Whitehurst vor allem als Führungspersönlichkeit mit Linux-Erfahrung. Whitehurst war von 2002 bis August 2007 Chief Technology Officer bei der amerikanischen Fluggesellschaft. Der ehemalige Delta-Airlines-Manager hatte auch schon als Programmierer gearbeitet, und Szulik berichtet, dass Whitehurst auf seinen Heimrechnern vier verschiedene Linux-Versionen laufen habe. Bei vielen anderen Bewerbern habe ihm das Verständnis für Open Source gefehlt, so Szulik gegenüber Medienvertretern. Indirekt nannte er das Umfeld der anderen Kandidaten: "Wenn Du sie aus den großen Gebäuden herausnimmst, ohne die Imprimatur von Hewlett-Packard, IBM und Oracle um sie herum, konnten sie einfach nicht Stand halten."
Die Unternehmensergebnisse für das vierte Quartal im Steuerjahr 2008 geraten hierdurch etwas in den Hintergrund. Szulik kann sich mit guten Zahlen verabschieden: Der Umsatz stieg um 28 Prozent auf 135,4 Millionen US-Dollar, der Nettogewinn stieg um 12 Prozent auf 20,3 Millionen US-Dollar. Stolz blickt er auf die letzten Jahre zurück und erinnert sich an sein erstes kleines Büro ohne Fenster gegenüber vom Cola-Automaten: "Was 1998 von vielen als Witz angesehen wurde, ist heute keiner mehr."
Dies ist nicht die einzige Änderung für Red Hat: Gleichfalls zum 1. Januar trennt sich das Unternehmen von seiner deutschen PR-Agentur Axicom. Laut Auskünften der Agentur ist dies die Auswirkung einer internen Umstrukturierung der Marketing- und Pressearbeit innerhalb des Unternehmens weltweit. Der neue Red-Hat-Marketingleiter, Michael Chen, will die Abteilungen konsolidieren und neu organisieren. Nun will das Unternehmen die Pressekommunikation vorerst selbst in die Hand nehmen. Chen hatte den Posten im September 2007 übernommen (Linux-Magazin Online berichtete).





