Open Source im professionellen Einsatz

Quantum beschleunigt Firefox merklich

27.09.2017

Laut dem Web-Benchmark Speedometer 2.0 läuft Firefox mit der Quantum-Engine doppelt so schnell wie die ESR-Version 52. Tatsächlich laden die Seiten wesentlich schneller, allerdings fehlen auch noch einige Add-ons.

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Wer Firefox verwendet, tat das bisher nicht unbedingt wegen der überragenden Browserperformance, sondern vor allem wegen der Add-ons und anderer praktischer Einstellungen. Firefox 57.0b3 (Codename Quantum) überzeugt aber in der Betaphase durchaus in Sachen Performance, sodass der Autor seinen alten Firefox-ESR (Version 52) unter Debian 9 schon mal in Rente geschickt hat.

Firefox Quantum trägt den Namen aufgrund seiner neuen Engine. Die borgt sich Know-how vom Servo-Projekt und ist teilweise in Rust geschrieben, wobei "rust-bindgen" den C++-Code von Firefox mit dem von Rust verbindet. Auch die schnelle CSS-Engine ist laut Ankündigung zum Beispiel in Rust geschrieben. Zugleich verbraucht der Browser weniger Ressourcen, weil er nun die Tabs im Vordergrund priorisiert und eine intelligente Multiprozess-Architektur mit separierten Prozessen verwendet. Der Webrender-Renderer ist für GPUs optimiert, der Compositor in einen eigenen Prozess gewandert, um Abstürze zu verhindern.

Laut Eigenwerbung benötigt Firefox Quantum zudem 30 Prozent weniger Speicher als der direkte Konkurrent Chrome. Ein Video vergleicht, wie schnell die beiden Browser bestimmte Webseiten aufrufen. Nicht in allen Kategorien gewinnt Firefox, aber selbst auf einigen Google-Seiten scheint der Browser etwas schneller zu sein, bislang undenkbar. Tatsächlich schien trotz der schnellen Seitenaufrufe der Lüfter auf dem Testlaptop weniger zu arbeiten, Abstürze gab es bislang auch nicht. Neu an Bord sind unter anderem das fest integrierte Pocket, um Webseiten später zu lesen sowie ein experimentelles Screenshot-Tool. Generell haben die Entwickler das GUI überarbeitet.

Zumindest eine Einschränkung existiert allerdings noch: Noch fehlen einige Add-ons, die sich künftig theoretisch negativ auf die Performance auswirken könnten. Während beliebte Erweiterungen wie Ublock und Adblock bereits reibungslos mit der Betaversion kooperieren, lässt Noscript noch auf sich warten. Wer die Betaversion testen möchte, wird im Downloadbereich auf Mozillas Webseite fündig. Dort wartet auch eine Browserversion für Entwickler, die Developer Edition.

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