Open Source im professionellen Einsatz

Qemu 1.7 verbessert HD Audio und USB 3.0

29.11.2013

Die neue Version der Virtualisierungssoftware Qemu bietet unter anderem verbesserte Emulation von HD Audio, unterstützt prinzipiell mehr als 1 TByte Hauptspeicher und kann ACPI-Tabellen für x86-Hardware erzeugen.

234

Die Tabellen soll die Firmware direkt verwenden. Gleichzeitig sollen sich so in der Zukunft einfacher neue Funktionen einführen lassen, ohne dass dazu eine Änderung der Firmware (namentlich SeaBIOS, OVMF und Coreboot) notwendig wäre.

Die emulierten HD-Audio-Geräte besitzen jetzt standardmäßig einen Mixer. Zudem funktioniert die Audio-Ausgabe auch auf Systemen ohne Open Sound System (OSS). Beides musste man in früheren Qemu-Versionen noch explizit beim Kompilieren erzwingen. Die 1 TByte Hauptspeicher sind in der Praxis noch nicht nutzbar, hierzu muss erst noch die Firmware angepasst werden.

Des Weiteren gab es Verbesserungen am VIFO-Treiber und bei der Unterstützung von USB 3.0. Der Qemu-Monitor kennt neue Block-Geräte-Kommandos, die sich vor allem um Snapshots in Qcow2-Images drehen. Den Drossel-Algorithmus für Block-Geräte haben die Entwickler komplett neu geschrieben, die neue Fassung soll robuster sein.

Der VHDX-Treiber kann jetzt .vhdx-Images erstellen und schreiben. Sein Kollege für Qcow2-Images erkennt Beschädigungen und verhindert dann das Schreiben eines defekten Images. Der VMDK-Treiber unterstützt schließlich noch Dateien, die von VMWare ESX stammen.

Qemu 1.7 unterstützt den LSI 53C810 SCSI HBA, während die User-Mode-Emulation auch AArch64-Binaries verdaut.

Sämtliche Neuerungen listet das Changelog im Qemu-Wiki auf. Mit der Veröffentlichung der Version 1.7 haben zudem die Arbeiten an der Version 2.0 begonnen. Die dort angedachten Neuerungen fasst eine Präsentation zusammen (PDF-Datei).

Update: HDA Audio wurde in der News zu HD Audio geändert.

Ähnliche Artikel

  • Qemu 1.5 unterstützt KVM auf ARM

    Der freie Emulator Qemu ist in Version 1.5.0 mit zahlreichen Neuerungen und Verbesserungen verfügbar.

  • Qemu 1.6.0 verbessert Live-Migration

    Version 1.6.0 des beliebten und freien Emulators Qemu verbessert unter anderem den Support für Live-Migrationen.

  • Qemu 2.4 unterstützt VirtIO-GPU-Treiber

    Das Emulations- und Virtualisierungswerkzeug bietet in der neuen Version 2.4 Kompatibilität mit dem VirtIO-GPU-Treiber, der 2D-Beschleunigung für Gastsysteme mitbringt.

  • Werkzeuge fürs Image

    Wer wie Forensiker mit Images von ganzen Platten auf seinem Rechner hantiert, schätzt Formate, die die Datenmenge reduzieren, und Werkzeuge, die die Verarbeitung beschleunigen.

  • Qemu 2.10 erschienen

    Die freie Virtualisierungssoftware Qemu kennt in der neuen Version 2.10 weitere Befehle für emulierte NVMe-Geräte und unterstützt das LUKS-Verschlüsselungsformat für Qcow2.

comments powered by Disqus

Stellenmarkt

Artikelserien und interessante Workshops aus dem Magazin können Sie hier als Bundle erwerben.