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Q2 2010: x86 schiebt Servermarkt weiter aufwärts

25.08.2010

Im zweiten Quartal 2010 zählt der Marktbeobachter IDC weltweit viel mehr Windows-Server, etwas mehr Linux-Server und viel weniger nicht-x86-Server.

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Die Bilanz listet insgesamt elf Milliarden Dollar Umsatz, elf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit geht es nach der Abwärtsbewegung im letzten Jahr nun schon das zweite aufeinanderfolgende Quartal aufwärts. Die Stückzahl liegt mit knapp 24 Prozent Wachstum seit Q2 2009 ebenfalls leicht über der vom Vorquartal. Das Wachstum bescheren zumeist wieder die Volume Systems, die gegenüber 2009 - wie schon im Vorquartal - um fast ein Drittel zulegten. Doch hat sich diesmal auch die Mittelklasse erholt, zu der IDC Server zwischen 25.000 und 250.000 US-Dollar zählt: War sie im ersten Quartal gegenüber 2009 noch um 20 Prozent eingeknickt, paddelte sie sich in den vergangenen drei Monaten nach oben und erreicht mit fast 16 Prozent das erste Wachstum überhaupt seit über zwei Jahren.

An der Spitze der Plattformen steht wie schon im ersten Quartal x86. Der Umsatz mit derartigen Servern wuchs gegenüber dem zweiten Quartal 2009 um knapp 36 Prozent auf acht Milliarden US-Dollar. Laut IDC ist das der größte Sprung von Jahr zu Jahr seit über zehn Jahren. Am meisten profitiert von den x86-Systemen derzeit HP mit 40 Prozent Anteil am Umsatz, danach folgen Dell mit 24 Prozent und IBM mit 17 Prozent. Die x86-Systeme stellten außerdem rund 80 Prozent der verkauften Blade-Server. Die Blade-Systeme fuhren gegenüber 2009 stattliche 40 Prozent mehr Gewinn ein - obwohl die verkauften Stück nur um 14 Prozent zulegten.

Q2 2010 - Umsatzanteile der Hersteller in Millionen. Quelle: IDC, August 2010

Das kommt zuvorderst Microsoft zu Gute. Windows erlöste auf Servern knapp sieben Prozent mehr Gewinn und hält knapp 47 Prozent Anteil am gesamten Quartalsumsatz mit Server-Hardware. Linux-Server spielten 30 Prozent mehr Geld als im Vergleichzeitraum 2009 ein, ihr Marktanteil wusch um fast drei Prozent. Mit knapp zwei Milliarden Dollar Umsatz halten sie knapp 17 Prozent Anteil am Gesamtumsatz. Die Unix- und nicht-x86-Server (RISC, EPIC, CISC) belegen die hinteren Plätze, erfuhren mit sieben beziehungsweise 16 Prozent weniger Umsatz als 2009 aber nicht ganz so hohe Schrumpfung wie im ersten Quartal 2010.

Insgesamt schlurfen vor allem die High-End-Systeme mit knapp 30 Prozent Umsatzeinbußen der Servermarktentwicklung traurig hinterher. Dabei bot das zweite Quartal 2009 bereits eine umsatzschwache Vorlage, und sie hatten im ersten Quartal 2009 sogar als die relativen Sieger dagestanden. IDC will die Hersteller beruhigen: Wenn die Unter- und jetzt auch die Mittelklasse-Investitionen abgeschöpft seien, sollen sich in der zweiten Jahreshälfte auch wieder Unix- und Mainframe-Systeme verkaufen lassen. IBM wirds gern hören.

Bei den Herstellern führt HP mit 33 Prozent Marktanteil bei 26 Prozent Wachstum. IBM büßte gut drei Prozent ein, hielt aber Platz zwei mit knapp 30 Prozent Marktanteil. Dell legte anständige 37 Prozent Wachstum hin und ist mit 15 Prozent Anteil genau zwischen IBM und Oracle angesiedelt, das bei knapp neun Prozent Marktanteil mit sechs Prozent weniger Umsatz auskommen muss als im Sommer 2009.

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