Open Source im professionellen Einsatz

Pulseaudio erreicht Version 10

19.01.2017

Zum runden Versionsjubiläum spendieren die Entwickler ihrem Soundserver bessere Bluetooth-Unterstützung, neue Module und reparieren den Hotplugging-Support für bestimmte Soundkarten.

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Bluetooth-Hörern macht es Pulseaudio mit einer Neuerung etwas einfacher: Der Soundserver wechselt das Bluetooth-Profil, sobald die Bluetooth-Kopfhörer ihren Arbeitsauftrag ändern. Konkret geht es darum, dass solche Headsets für Musik das A2DP-Profil verwenden, für VoIP hingegen das HSP-Profil. Pulseaudio 10 erkennt das jetzt automatisch und wechselt zum passenden Profil.

Im Hintergrund haben die Entwickler dafür die Sink-und Source-Namen für Bluetooth an die Profile angepasst, was es Pulseaudio erlaubt, auch verschiedene Lautstärken pro Profil zu speichern. Allerdings warnen die Entwickler zugleich: Weil das Speichern der Lautstärken in den Profilen unterschiedliche Mechanismen verwendet, nehmen Hörer gleiche Lautstärke-Werte nicht unbedingt auch gleich laut wahr. Zugleich setzt die Neuerung vorhandene Lautstärke-Einstellungen auf den Standardwert zurück, User müssen also nachbessern, allerdings nur, wenn sie Bluetooth 5 verwenden.

So genannte Passthrough-Streams reicht Pulseaudio ohne Änderungen an die Soundkarte weiter, das betrifft etwa komprimierte Audiostreams von S/PDIF-Verbindungen. Bislang scheiterte das Anlegen der Streams aber, wenn bereits ein anderer Stream lief. Ein neues Modul soll das ändern. Es leitet laufenden Stream auf ein Dummy Device und spielt den Passthrough-Stream, weil dieser über eine höhere Priorität verfügt.

Nicht zuletzt an User richtet sich eine Verbesserung, die das Anstecken von USB-Surround-Sound-Karten im laufenden Betrieb erlaubt. Bislang verhinderte ein Bug, dass Pulseaudio solche Hotplug-Versuche erkannte. Andere Modifikationen richten sich eher an Entwickler. So verzichtet Pulseaudio intern auf Json-c und implementiert die nötigen Funktionen in der Libpulse. Das soll Abstürze verhindern. Systemd startet nun zuerst "pulseaudio.socket", was Probleme in einigen Sonderfällen verhindert. Nicht zuletzt unterstützt es nun Open SSL 1.1.0, aber auch ältere Versionen.

Die kompletten Release-Notes warten auf Freedesktop.org, dort findet sich auch der Quellcode zum Herunterladen.

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