Projekt stellt World Plone Day auf die Beine
Das Plone-Projekt hat heute erstmals einen weltweiten Plone-Tag veranstaltet. Linux-Magazin Online war in München dabei.
Weltweit informierten heute Plone-Enthusiasten Anwender und Interessenten über das Zope-CMS. Vorreiter der Aktion war die Münchner Regionalgruppe der deutschen Zope-Usergroup. Berlin, Hamburg, München, Köln und Leipzig schlossen sich an und stellten Einzelvorträge und Vortragsreihen auf die Beine.
Die Veranstaltung in der Münchener Seidlvilla war mit rund 60 Personen gut besucht. Philip Bauer und Stefan Antonelli starteten den Plone-Tag klassisch mit eine Einführung in das Zope-CMS. Beide sind beruflich Plone-Dienstleister und privat "Plone-Enthusiasten" aus der Münchner Usergroup.
In ihrer Einführung hoben die Ploner die wichtigsten Eigenschaften des CMS hervor, zum Beispiel Internationalisierung und Skalierbarkeit. Anwender erledigen mit dem System zudem einfach Bildbearbeitungsschritte wie Zuschnitt oder Heligkeitsregelung direkt im Frontend über das Add-on Image Editor. Der Editor nutzt die Python Imaging Library. Nicht ohne Stolz nannten die Vortragenden schließlich Amnesty International oder die Universitäten Yale und Harvard als Referenz. Sie verwiesen auf das Onlineportal Plone.net, das im Unterschied zur Projektseite Plone.org beruflich-professionell ausgerichtet ist und zum Beispiel Case-Studies enthält. Auf der Projektseite unter "Products" sind die Erweiterungen wie Audio- und Video-Player oder Webshops zu finden.
In einem anderen Vortrag beschrieb Stefan Armbruster, wie sich mit der Plone-Erweiterung ArchgenXML neue Inhalts- und Workflowtypen erstellen lassen. Der Physiker betreut seit 2001 als Freiberufler Internet-Projekte. Zu Plone kam er über sein Hobby, die Freiwillige Feuerwehr: Eine neue Webseite sollte her. Gesucht war ein freies Content-Management-System, das verbreitet ist und nicht etwas ein "Zombie-Produkt", wie Armbruster es nennt: Freie CMS gebe es zwar sehr viele, aber viele davon benutzt niemand außer dem Entwickler selbst, bringt auf den Punkt.
Die Gegenüberstellung von Plone und anderen Content-Management-Systemen von Alexander Loechel förderte zu Tage, dass bei dem seiner Meinung nach größten Konkurrenten Drupal nur etwa zehn Kernentwickler entscheiden, welche Neuerungen der Code erfährt. Loechel ist Informatiker und arbeitet an der Bundeswehr-Universität in München. Als Stärke von Plone führte er die große Entwicklergemeinde an (rund 100) sowie deren Professionalität: So stellen Unternehmen wie Google Entwickler für Plone frei. Während Drupal zwar eine große Community besitze und weit verbreitet sei, spezialisiere sich dieses CMS auf Community- und Socialweb-Bereiche. Eine entscheidende Stärke von Plone sei seine Universalität und Skalierbarkeit. Auf der anderen Seite sei es dadurch für kleine Projekte wie eine persönliche Homepage zu groß, gibt Loechel zu. Hierfür eigne sich Joomla besser. Dieses anfängerfreundliche System sei einfach und bunt, versiertere Anwender stoßen damit jedoch nach Loechels Meinung bald an ihre Grenzen. Schließlich führte er noch Typo3 als quelloffene Alternative an.
Klar, dass auch die Plone-Day-Webseite mit Plone gemacht ist. Die Münchner Crew, ihre Speaker und Besucher sind in einem Video zu sehen, das ab Montag bei Linux-Magazin Online zu finden sein wird.





