Portierbar: Open Web OS 1.0 läuft auch auf Google Nexus
Nach Firefox, Jolla, Tizen und Vivaldi kommt nun auch HP in die Gänge und hat die Version 1.0 des nunmehr freien Web OS alias Open Web OS veröffentlicht. Erste Builds davon laufen sogar auf einem Google-Nexus-Smartphone.
Die Geschichte von Web OS ist einigermaßen kompliziert: Ursprünglich von Palm 2009 entwickelt, hatte HP das Projekt 2010 übernommen, erweitert und nach einigen Irrungen und Wirrungen ab 2011 als "HPs Plattform für mobile Geräte" definiert. Anfang 2012 gab dann die offizielle Roadmap das Ziel vor, noch in diesem Jahr die erste Version des (nunmehr) Open-Source-Projekes zu veröffentlichen. Das ist vor wenigen Tagen geschehen, in Github finden sich die Sourcen des Linux-basierten OS für Embedded Devices. In 75 Komponenten habe man 450.000 Zeilen Code verbaut, schreiben die Entwickler in ihrem Blog dazu.
Dabei sind vorschnelle Hoffnungen noch nicht angebracht: Wer das System installieren will, braucht sage und schreibe 40 GByte Platz auf der Festplatte, mehrere Stunden Geduld, einen schnellen Quadcore-Rechner und massig RAM. Erst dann hält er ein Qemu-Image in Händen, das aber auch nur auf 32-Bit-Maschinen läuft, und nur dann, wenn der Programmierer beim Make-Befehl einen Github-Account mit SSH-Key parat hatte.
Benutzbar, aber mit Abstrichen
Wer das geschafft oder, wie ein Blogpost zeigt, Open Web OS auf seinem Google-Nexus-Phone zum Laufen bekommen hat, darf sich an der ersten Version des freien Linux-Systems ausprobieren. Die bietet laut Blog eine vollständige Umgebung, inklusive der Kernanwendungen E-Mail und Browser, dazu auch bereits Unterstützung für Enyo 2.0, eine plattformübergreifendes Entwicklerframework, mit dem sich Apps für iOS, Android, Windows und vielen anderen Plattformen erstellen lassen. Das Open-Web-OS-Blog schreibt dazu: "Jetzt lassen sich Apps mit einem der besten Cross-Plattform-Javascript-SDKs entwickeln und identisch auf vielen Geräten, auch auf Web OS ausführen."
Viele freie Tools
Die Linux Foundation freut laut einem Jim-Zemlin-Zitat im HP-Blog besonders, dass Open Web OS auf viele freie Tools setzt, zum Beispiel Yocto mit Open Embedded Core. In Zukunft wolle man Qt, Bluetooth, (BlueZ), diverse Open Source Multimedia Komponenten und eine optimierte Rendering Engine einbauen. Videos im Blog zeigen Open Web OS auf einem HP Touchsmart PC und, ruckelnd und in schlechter Bild-Qualität, auf dem Nexus.





