Open Source im professionellen Einsatz

Piraten entern CPUs

19.09.2017

Die Piraten von Piratebay haben fremde Rechner geentert, um deren CPUs für das Minen von Kryptowährungen zu nutzen. Das soll nervige Ads verhindern und scheint nicht bei allen Usern auf Ablehnung zu stoßen.

278

"Wie Ihr vielleicht bemerkt habt, testen wir einen Javascript-basierten Miner für Monero." verkündeten die Piratebay-Betreiber ein wenig zu spät in ihrem Blog. Da waren viele User schon auf den Barrikaden, denn die Betreiber der Torrent-Webseite hatten den Schritt im Vorfeld nicht angekündigt und viele Nutzer kalt erwischt - beim Besuch der Seite liefen ihre CPUs heiß.

Dennoch fielen die Reaktionen unter der Ankündigung und in Foren, die über das geheime Mining berichteten, vergleichsweise verständnisvoll aus. Wohl auch ein Grund: Piratebay testet den Schritt, um künftig auf Werbebanner zu verzichten. "Wir wollen wirklich alle Ads loswerden, brauchen aber genügend Geld, um die Seite am Laufen zu halten." begründen die Macher ihren Test.

Das Geschäftsmodell ist innovativ, denn noch immer suchen viele Webseitenbetreiber nach Wegen, ihre Inhalte ohne lästige Werbung zu monetarisieren. Dank Flash und den zahlreichen Trackern im Hintergrund lasten auch die Werbebanner die CPUs der Besucher nicht selten bis zum Anschlag aus.

Allerdings stammt die Mining-Idee nicht von den Piratebay-Betreibern selbst. Mit fremden Rechnern Geld zu verdienen dürfen sich die Erfinder der Miningtrojaner auf die Fahnen schreiben. Bereits seit ein paar Jahren macht immer wieder Malware von sich Reden, die sich auf den Rechnern ihrer Opfer einnistet, dann Bitcoin oder andere Währungen schürft und diese an die Adressen ihrer Installateure schickt

Sämtliche CPUs zu nutzen, sei ohnehin nur Folge eines Tippfehlers gewesen, behaupten die Piraten indes. Sie hätten das Mining nun auf ein Tab begrenzt und es würde nur noch 20 bis 30 Prozent der CPU-Kapazität verwenden. Zudem würden sich Miner mit Erweiterungen wie Noscript blockieren lassen.

Ähnliche Artikel

comments powered by Disqus

Ausgabe 11/2017

Digitale Ausgabe: Preis € 6,40
(inkl. 19% MwSt.)

Stellenmarkt

Artikelserien und interessante Workshops aus dem Magazin können Sie hier als Bundle erwerben.