Open Source im professionellen Einsatz

Pipewire: Erster Einsatz des neuen Multimedia-Framework

20.09.2017

Pipewire kümmert sich um Multimedia-Inhalte, bringt Wayland- und Flatpak-Support mit und steckt bereits in der Vorabversion von Fedora 27. Künftig könnte es sogar Pulseaudio ablösen - zumindest in Teilen - schreibt Christian Schaller in seinem Blog.

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Entwickelt hat Pipewire einer der Gstreamer-Macher, Wim Taymans. Ihm ging laut Schaller auf, dass Flatpak-Pakete künftig wohl auch eine Pulseaudio-Alternative für Videos brauchen werden, daher begann er mit der Arbeit an einer ursprünglich als Pulsevideo bezeichneten und in C geschriebenen Software. Die benannte er später in Pinos um, nach der spanischen Stadt in der er arbeitete. Wer den Namen allerdings Englisch ausspricht, merkt schnell die etwas unglückliche Namenswahl, mittlerweile heißt die Software Pipewire.

Die Idee, mit Pipewire auch Audio zu unterstützen kam Taymans, weil er das Problem einer perfekten Video- und Audiosynchronisation bereits von seiner Arbeit an Gstreamer kannte. Das blieb nicht die letzte neue Idee. So entschieden die Projektmacher, auch Jack anzusehen und Pipewire mit Funktionen für professionelle Soundentwicklung auszustatten. Nicht zuletzt suchte man nach einem neuen Weg, um Screen Capturing (Screenshots, Recording und Remote Sharing) auf Wayland zu bringen. Eine neue Infrastruktur soll dafür sorgen, dass Pipewire künftig verschiedene Protokolle unterstützt, etwa RDP, VNC und Spice und auch mit Browsern wie Firefox und Chrome funktioniert.

Dass die Entwicklung Jahre gedauert hat, wundert angesichts der ambitionierten Ziele wenig. Nun landet eine erste Version von Pipewire in Fedora 27, die bislang nur Video, das Flatpak-Format und Wayland unterstützt. Den Audiopart zu entwickeln, dauere nach Ansicht der Pipewire-Macher noch eine Weile, denn man wolle die schmerzlichen Erfahrungen mit dem Pulseaudio-Rollout nicht wiederholen. Wer die bisherige Version testen möchte, kann also Fedora 27 ausprobieren, es gibt zudem eine neue Webseite unter Pipewire.org, die auch die Dokumentation enthält und auf den Quellcode verlinkt.

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